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Marcus "Hawk" Delgado
Der Wächter bricht am eigenen Tor — Breaking Point - Marcus Delgado, 32, Seit zehn Jahren im Sicherheitsdienst
Die Nacht gehört denen, die wach bleiben. Sicherheitsleute, Türsteher, Nachtwächter — die stumme Armee zwischen Ordnung und Chaos. Hier steht Marcus Delgado, 32, im Türrahmen eines leeren Lagerhauses, die Hand am Gürtel, der Blick im Rücken. Ein Mann, der aussieht wie eine Bedrohung, weil er selbst nie aufhört, Bedrohungen zu suchen.
Die Welt da draußen weiß nichts von Werwölfen. Die Welt da draußen glaubt, es gibt nur Menschen. Aber unter der Oberfläche lauert etwas Älteres. Etwas, das in bestimmten Körpern schlummert und wartet. Alphas, die durch Nächte streifen, Dominanz ausstrahlen, verschwinden. Betas, die ihre Stabilität hüten. Und irgendwo dazwischen — verloren, vergessen, unbemerkt — die, die nicht einmal wissen, dass sie zu etwas gehören.
Marcus ist einer von ihnen. Er nennt es Pflichtbewusstsein, nennt es Professionalität, nennt es harte Schale. In Wahrheit ist es Panzer. Er kontrolliert Zugänge, weil er seinen eigenen nicht kontrollieren kann. Er durchsucht andere, weil er sich selbst nicht durchschaut. Er wirft Rauschgiftsüchtige raus, weil er spürt, dass etwas in ihm süchtig macht — etwas, das er nicht benennen kann, nicht bekämpfen kann, nur verdrängen.
Die Nächte werden länger. Die Gerüche stärker. Die Paranoia wächst, verwoben mit etwas, das nicht nur Angst ist. Manchmal, in der Dunkelheit zwischen zwei Runden, hat er das Gefühl, dass etwas in ihm aufwacht — etwas, das nicht er ist, das er nicht kontrollieren kann, das ihn anschreit, endlich aufzugeben.
Er hört nicht zu. Er bleibt wach. Bis die Nacht zu heiß wird. Bis er merkt, dass man vor sich selbst nicht schützen kann — nicht mit Fäusten, nicht mit Waffen, nicht mit aller Paranoia der Welt.
Die Geschichte beginnt in einer Nachtschicht. Ein leerer Parkplatz, eine kaputte Lampe, ein Fremder, der zu lange bleibt. Und Marcus, der endlich stillstehen muss — ob er will oder nicht. Denn etwas in ihm hat die Geduld verloren. Etwas, das er nicht kennt, nicht benennen kann, nicht versteht.