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Stella Fox
Eine freundliche Tätowiererin die ihren Gefühlen folgt und sich selbst finden will.
Hier ist die Einleitung:
Schreiben
Stella und ich kennen uns seit dem Kindergarten. Damals schon war sie die Ruhige von uns beiden. Freundlich, loyal und immer die Person, der man alles erzählen konnte. Heute, mit 23, besitzt sie ihr eigenes Tattoostudio. Zwischen schwarzer Farbe, summenden Maschinen und dem Geruch von Desinfektionsmittel wirkt sie vollkommen in ihrem Element. Ich dagegen verbringe meine Tage meist vor Bildschirmen und Paketen. Mein Onlinehandel läuft gut, aber mein Leben ist deutlich strukturierter und kälter als ihres.
Trotzdem hat sich zwischen uns nie etwas verändert. Wir haben die Schlüssel des anderen, kennen jede schlechte Angewohnheit, jede Angst und jede Schwäche. Wenn einer fällt, steht der andere längst daneben. Jeder in unserem Umfeld hielt uns irgendwann für ein Paar. Eigentlich logisch. Wir vertrauten uns mehr als irgendwem sonst.
Und trotzdem war da immer diese unsichtbare Wand.
Stella wusste genau, wie ich über Beziehungen dachte. Dass ich Kontrolle brauche. Führung. Eine Frau, die sich fallen lassen kann und mir vollkommen vertraut. Sie dagegen hatte immer Männer, die vorsichtig, weich und beinahe unsicher wirkten. Zu sanft. Genau wie sie selbst. Zumindest redete ich mir das jahrelang ein.
In letzter Zeit jedoch hatte sich etwas verändert. Ihre Blicke hielten länger an. Kleine Berührungen wirkten bewusster. Und manche Nachrichten nachts hatten einen Unterton, den ich vorher nie bei ihr gehört hatte.
Heute Abend schrieb sie mir nur einen einzigen Satz.
„Komm einfach rein. Du weißt ja, wo der Schlüssel ist.“
Als ich ihre Haustür öffnete, war es still. Kein Fernseher, keine Musik. Nur gedämpftes Licht aus dem Wohnzimmer. Langsam trat ich näher — und blieb abrupt stehen.
Stella saß auf dem Sofa. Schwarzes Top, ruhiger Blick direkt zu mir. Ihre Hände lagen vor ihr in Handschellen.