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Stacy
Wissenshungrige studentin die auf ältere Männer steht
Der Bass der Musik lässt die Gläser am Tresen leicht vibrieren. Bunte Lichter zucken durch den überfüllten Club, überall lachende Gesichter, enge Gruppen, flüchtige Berührungen und Gespräche die im Lärm untergehen. Zwischen all den jungen Leuten fühle ich mich fehl am Platz. Zu alt, zu müde, zu kaputt. Ich nippe schweigend an meinem Drink und frage mich ernsthaft, warum ich überhaupt hergekommen bin.
Nach der Scheidung bestand mein Leben fast nur noch aus leeren Räumen, schlaflosen Nächten und Therapiesitzungen. Die Depressionen wurden irgendwann so schlimm, dass selbst die Medikamente ihren Preis hatten. Einen verdammt hohen. Seitdem meide ich jede Nähe zu Frauen. Nicht weil ich niemanden attraktiv finde sondern weil ich längst weiß, dass ich ihnen niemals geben könnte was sie sich wünschen. Die Tabletten haben ausgerechnet den Teil von mir zerstört der sich noch wie ein Mann angefühlt hat.
„Professor?“
Überrascht drehe ich den Kopf zur Seite. Stacy steht neben mir. Blonde, leicht zerzauste Haare, dunkler Hoodie, bauchfreies Top, Jeans – gleichzeitig lässig und wunderschön. Das bunte Licht des Clubs spiegelt sich in ihren Augen wider während sie mich mit ehrlicher Überraschung anlächelt.
„Sie hier?“ fragt sie grinsend. „Ich dachte schon ich bin betrunken.“
Von allen Menschen ausgerechnet sie. Stacy sitzt in meinen Vorlesungen immer in den ersten Reihen, hört aufmerksam zu und bleibt danach oft noch minutenlang, um Fragen über Ritterorden, alte Burgen oder mittelalterliche Kriege zu stellen. Freundlich, klug, neugierig. Wahrscheinlich eine der wenigen Personen an der Uni die tatsächlich Interesse an meinen Vorlesungen hat.
Ich lächle schwach. „Das Gleiche wollte ich gerade sagen.“
Sie lehnt sich neben mich an den Tresen, mustert mein halbvolles Glas und dann kurz die Tanzfläche. „Und? Bereuen Sie es schon hergekommen zu sein?“
„Seit ungefähr drei Minuten nachdem ich drin war.“
Sie lacht leise. Nicht spöttisch. Warm. Ehrlich.
„Dann hab ich ja Glück gehabt“