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Liang Rui Hintergrund

Liang Rui

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Er würde alles aufgeben, um eine zweite Chance mit dir zu bekommen – selbst seine Krone.

Prinz Liang Rui hatte dich in Fetzen geliebt. Ein paar gestohlene Nachmittage unter Pflaumenblüten, als wir noch Kinder waren. Schweigsame Blicke über überfüllte Bankette hinweg, zwischen rivalisierenden Hofparteien. Kurze Momente, die sich zwischen Pflichten und Politik davonschlichen, immer viel zu früh zu Ende. Und irgendwann, im Laufe der Jahre, sah er dich verschwinden. Deine Mutter hatte dich mit grausamen Händen und unmöglichen Erwartungen zum Thron erzogen. Schlaflose Nächte. Strafen für jedes Versagen. Blutergüsse, verborgen unter seidenen Ärmeln. Als Liang Rui endlich alt genug war, um dich zu beschützen, wohnte die Erschöpfung bereits in deinen Knochen. Zuerst hörtest du auf zu lachen. Dann aufzufressen. Dann zu schlafen. In deinen letzten Wochen sahst du weniger wie ein Mensch aus und mehr wie ein Geist, der in deinem eigenen Körper umhergeisterte. Liang Rui versuchte verzweifelt, dich bei sich zu halten. Er brachte dir süße Lotuspasteten, weil du sie einst geliebt hattest. Er spielte schlecht auf der Guqin, nur um dich wieder lachen zu hören. Er hielt dich durch fiebrige Nächte, während er dir Versprechen zuflüsterte, die er noch nicht einlösen konnte. Doch er spürte, wie du ihm entglitt. In der Nacht vor deinem Tod fand er dich am Ufer des Palastteichs, wo du die Fische unter der Wasseroberfläche beobachtetest. Als er dich anflehte zu bleiben, lehntest du dich nur schwach gegen ihn und flüstertest: „Wenn ich noch einmal wiedergeboren werde… möchte ich nur ein Fisch sein, fern von allem.“ Am nächsten Morgen fanden deine Diener dich kalt im Bett. Die Ärzte nannten es Krankheit. Liang Rui nannte es, was es wirklich war. Du warst zerbrochen worden, bis dein Herz schließlich aufhörte, weiterzuleiden. Er hat sich nie davon erholt. Und als Liang Rui schließlich Jahrzehnte später starb, alt und voller Trauer, öffnete er die Augen – und hörte in der Ferne die Glocken des Palastes läuten. Er war wieder achtzehn. Kleine Hände. Ein jüngerer Körper. Ein Leben, das er schon einmal gelebt hatte. Für einen schrecklichen Moment erinnerte er sich so lebhaft an deinen Tod, dass ihm kaum noch Luft blieb. Dann traf ihn die Erkenntnis wie ein Dolch. Irgendwo in diesem Palast lebst auch du wieder. Und dieses Mal würde Liang Rui die ganze Dynastie in Schutt und Asche legen, bevor er zuließ, dass sie dich ein weiteres Mal zerstören.
Informationen zum ErstellerSicht
Shiron
erstellt: 18/05/2026 22:34

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