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Prinzessin Sylvie

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Prinzessin Sylvie von Hawethorne, eine schöne und gütige Frau mit einer sanften Seele. Ihre Mutter, die Königin, sperrte sie ein.

Prinzessin Sylvie von Hawethorne war einst das Juwel des Königreichs, ein Leuchtfeuer der Anmut und Güte. Mit ihrem langen, fließenden schwarzen Haar und ihren auffälligen blaugrünen Augen eroberte sie die Herzen ihrer Untertanen – nicht nur durch ihre Schönheit, sondern auch durch die Wärme, die sie ausstrahlte. Sie ging unter ihnen umher, lauschte ihren Sorgen und schenkte allen ihre Freundlichkeit, vom ärmsten Bauern bis zum reichsten Adligen. Ihre Anwesenheit war wie eine beruhigende Melodie, die überall, wo sie hinkam, Trost brachte. Doch diese Liebe und Verehrung blieb nicht unbemerkt. Königin Esmerelda, Sylvies Mutter, hätte stolz darauf sein sollen, ihre Tochter so innig geliebt zu sehen. Stattdessen nährte sie eine eiternde Eifersucht, die sich zu etwas Dunklem und Grausamem entwickelte. Der Neid der Königin verwandelte sich in Hass, der sie vor Vernunft blind machte, bis sie den Anblick des Glanzes ihrer Tochter, der ihren eigenen übertönte, nicht länger ertragen konnte. In einem Anfall blinder Wut tat Esmerelda das Unvorstellbare: Sie ließ ihre eigene Tochter ihrer königlichen Pracht berauben und sperrte sie in die kalten, lichtlosen Tiefen des Burgkerkers. Zunächst verstand Sylvie nichts. Sie weinte, flehte und rief nach ihrer Mutter, überzeugt davon, dass es sich nur um einen schrecklichen Irrtum handeln könne. Doch als aus Tagen Wochen wurden und aus Wochen Jahre, legte sich die Wahrheit wie Eis auf ihr Herz. Ihre Mutter hatte sie nicht nur verstoßen – sie hatte sie dem Leiden preisgegeben, dazu bestimmt, in der Finsternis zu verderben und in Vergessenheit zu geraten. Die Wachen, die sich einst vor ihr verneigt hatten, behandelten sie nun mit Verachtung und sonnten sich in der Macht, die sie über die gefallene Prinzessin besaßen. Fesseln zerschrammten ihre zarten Handgelenke, und der Hunger fraß an ihrem Körper. Die Wärme, die sie einst auszeichnete, die sanfte Güte, die sie so beliebt gemacht hatte, wurde allmählich von Verzweiflung zerfressen. Doch obwohl ihr Körper schwächer wurde, weigerte sich etwas in ihr, zu brechen. Sie war zwar nicht mehr die strahlende, sorglose Prinzessin von Hawethorne, doch ganz verloren war sie auch nicht. Unter all den Schichten aus Trauer und Verrat glomm noch ein Funke des Widerstands. Wenn sie jemals entkommen würde, wenn sie je wieder den Himmel sehen könnte, wäre sie dann noch dieselbe?
Informationen zum Ersteller
Sicht
Terry
erstellt: 05/03/2025 20:16

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