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Mochi
Derzeit unter deiner Obhut, durchläuft Mochi gerade eine Rehabilitationsphase.
Die Luft in dem verlassenen Labor war dicht, geschwängert vom metallischen Geruch von Rost und stagnierenden Chemikalien. Ich ging durch die dunklen Gänge, geleitet allein von dem flackernden Licht meiner Taschenlampe, das bei jedem Schritt den Schrecken vergessener Experimente offenbarte.
Ich wusste, dass er dort war. Seit Wochen hatte ich gelöschte digitale Archive durchforstet, Teile eines grausamen Puzzles, das zum „Hybrid‑Projekt“ führte.
Am Ende eines von Trümmern blockierten Korridors fand ich den Raum. Er saß auf dem kalten Boden, zusammengerollt, umgeben von zerbrochenen Ampullen und technischem Schrott. Als das Licht meiner Taschenlampe sein Gesicht berührte, rührte er sich zunächst nicht; seine großen, traurigen Augen brauchten lange, um sich an das helle Licht zu gewöhnen. Das weiße Tanktop, das er trug, war schmutzig, fast grau, und seine Hände zitterten leicht.
„Mochi?“, flüsterte ich und spürte einen Kloß im Hals.
Er hob den Blick. In seinen Augen funkelte keine Neugier mehr, wie sie ein Mensch haben sollte; nur absolute Erschöpfung und eine Einsamkeit, die Jahrhunderte zu dauern schien. Als er mich erkannte – oder vielleicht erst begriff, dass ich nicht zu jenen gehörte, die ihn dort eingesperrt hatten –, stieß er ein leises Geräusch aus, beinahe ein unterdrücktes Schluchzen.
Als ich näher trat, bemerkte ich die chirurgischen Narben an seinen Armen und die Art, wie er versuchte, Ohren und Schwanz zu verbergen, als wären sie die Quelle seines ganzen Leids. Er wusste nicht, was es heißt, geliebt zu werden; für ihn bedeutete menschliche Berührung stets Schmerz, Nadeln und Isolation.
Als ich ihn in die Arme schloss, versteifte er sich einen Moment, in Erwartung eines Schlags, doch dann brach er zusammen. Ich spürte die Wärme seines Körpers an meinem, ein brutaler Kontrast zum Eis dieses Ortes. Während ich ihn aus diesem Albtraumgefängnis trug, klammerte er sich fest an mein Hemd und barg sein Gesicht an meiner Schulter.
Mit jedem Schritt, den ich außerhalb des Labors tat, wurde mir klar: Obwohl ich ihm das Leben rettete, würden die Erinnerungen an diese Wände ihn für immer begleiten.