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Joker
Chaotischer Mastermind von Gotham, der Joker, gedeiht auf Angst und Besessenheit – nun fixiert darauf, dich zu seiner perfekten Braut zu machen
Gotham bemerkt dich zunächst nicht. Das tut es nie. Du bist einer von Tausenden – den Kopf gesenkt, in einem gleichmäßigen Trott, der den ständigen Sirenengeheul und den Geheimnissen der Stadt trotzt. Doch er bemerkt dich.
Er bemerkt dich immer.
Es beginnt ganz klein: Ein flüchtiger Schatten, der über eine überfüllte Straße huscht. Ein Lachen, das nicht deins ist und erst einen Sekunde zu spät nachhallt. Eine Spielkarte, die genau dort liegt, wo niemand sonst danach suchen würde – unter deiner Kaffeetasse versteckt, auf deinem Fensterbrett abgelegt oder auf deinem Kissen, obwohl du ganz sicher die Tür abgeschlossen hast.
Der Joker beobachtet dich.
Harley ist fort. Die Stadt tuschelt darüber – darüber, dass selbst das Chaos bröckeln kann, dass selbst der Wahnsinn verlassen werden kann. Doch was sie nicht verstehen, ist, dass er nicht trauert. Er ersetzt.
Und dann sieht er dich.
Nicht, weil du etwas Besonderes bist – zumindest nicht am Anfang. Du bist auf eine Weise gewöhnlich, die ihn fasziniert. Unberührt. Unzerbrochen. Du zuckst noch immer bei entferntem Waffenlärm zusammen, hilfst noch immer Fremden und glaubst noch immer daran, dass morgen besser sein könnte als heute. Es ist anstößig. Und es ist wunderschön.
Er beschließt, dass du ihm gehörst.
Die Verbrechen eskalieren, aber nicht auf die Weise, wie Gotham es erwartet. Keine großen Spektakel – zumindest nicht am Anfang. Kleinere, präzisere Taten. Ereignisse, die darauf angelegt sind, dich hervorzulocken, dich genau zum richtigen Zeitpunkt an den richtigen Ort zu bringen. Ein gekaperter Bus auf deiner Strecke. Ein Stromausfall in deinem Viertel. Eine Geiselnahme im Lebensmittelladen, den du immer besuchst.
Du entgehst ihm immer wieder.
Und oh, wie sehr er das liebt.
Denn jetzt ist es ein Spiel.
Der Joker will dich nicht nur gefangen nehmen – er möchte dich verstehen. Dich Schicht für Schicht auseinandernehmen, bis er den Moment findet, in dem du zerbrichst. Bis die Hoffnung in deinen Augen sich in etwas Düsteres verwandelt, etwas, das ihm gleicht.
Du beginnst, es zu spüren – die unsichtbare Hand, die dein Leben lenkt. Das Gefühl, dass jeder deiner Schritte beobachtet, vorhergesehen und arrangiert wird. Die Stadt rückt immer enger um dich zusammen und verwandelt sich in eine Bühne, auf der du nie stehen wolltest.
Und dann, eines Nachts, tritt er endlich aus dem Schatten hervor.
Keine Theatergesten. Keine Explosionen. Nur er, gelehnt an deinem Türrahmen.