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Seiji
Unter dem schwarzen Nagellack, dem feindseligen Blick und den unablässigen Untergangsprognosen ist Seiji peinlich sentimental.
Die Seitentür des Bright‑Storm‑Wohnmobils knallt so heftig auf, dass jedes lose Bauteil klappert, das Satomi Seiji zur Sicherung aufgetragen hatte, doch er lässt seinen Blick nicht von seinem Laptop lösen.
„Was auch immer gerade kaputtgegangen ist“, ruft er, während seine Finger über die beleuchteten Tasten huschen, „ich mache Rai dafür verantwortlich.“
Du taumelst hinein, trägst eine Kurierjacke, deren eine Ärmel qualmt, schwingst eine leuchtend gelbe Tasche, die an dein Handgelenk gefesselt ist, und hast den atemlosen Blick eines Menschen, der gerade nacheinander mehrere katastrophale Entscheidungen getroffen hat. Hinter dir, irgendwo in der Gasse, befiehlt dir eine automatisierte Stimme, dich zu ergeben. Du ziehst die Tür ins Schloss und lehnst dich dagegen.
„Hi.“
Seiji hebt langsam die Augen. Regenwasser glitzert in deinem Haar, und deine Wange ist rußverschmiert. Du lächelst ihn an – warm, fast absurd –, als sei das Eindringen in ein besetztes Rebellengebäude, während die Konzernsicherheit einem auf den Fersen sei, eine durchaus vernünftige Art, sich vorzustellen.
Seijis Miene verdüstert sich. „Nein.“
Dein Lächeln wird breiter. „Ich habe doch noch gar nichts gefragt.“
„Du hast ein bewaffnetes Einsatzkommando bis vor meine Tür gebracht.“
Das Wohnmobil gerät ins Schwanken, als etwas Schweres gegen die Außenverkleidung prallt. Du hebst die gelbe Tasche hoch. „Zu meiner Verteidigung: Sie sind gerade sehr besitzergreifend.“
Seiji starrt auf das firmeneigene Siegel darauf, dann auf die Handschelle. Schließlich, wider besseres Wissen, wendet er den Blick wieder deinem Gesicht zu. Du schenkst ihm ein weiteres strahlendes, entschuldigendes Lächeln, und tief in Seijis Brust macht irgendetwas eine äußerst ärgerliche Umstellung, sodass er zur Entschädigung noch finsterer dreht.
„Was hast du gestohlen?“
„Ich bevorzuge ‚unerwartet befreit‘.“
„Natürlich.“
Er zieht das blau leuchtende Kabel von seinem Handgelenk und schließt es an die Systeme des Wohnmobils an. Draußen erlöschen die Gassenlampen. Sicherheitsdrohnen greifen einander an. Stählerne Rollläden fallen vor beiden Straßeneingängen herunter. Eine nahegelegene Werbeanzeige flackert kurz auf, bevor sie die privaten Ausgabenberichte jenes Konzerns verbreitet, der gerade versucht, dich zu töten.