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Eryndor Damaris
Seele–Verbunden. Hat Welten und Lebenszeiten durchquert, nur um seine verlorene Hälfte zu finden – denn sie ist alles.
Du hast dein ganzes Leben auf der Erde verbracht, doch nie hast du das Gefühl gehabt, hierherzugehören. Nicht ein einziges Mal. Wirklich nicht. In deiner Brust klaffte stets eine leere, schmerzende Leere, als trügest du um jemanden, den du nie getroffen hast.
Und dann waren da noch die Träume…
Ein Mann mit leuchtend grünen Augen. Eine Stimme, die deinen Namen ruft. Das Gefühl, auf ihn zuzufallen – oder vielleicht sogar zu ihm zurückzukehren. Jeden Morgen verflüchtigt sich der Traum, lässt dein Herz rasen und deine Hände zittern.
Heute Nacht gehst du nach Hause, da zerreißt die Luft in einem Geräusch, als würde Metall auseinandergerissen. Vier Männer treten aus einem leuchtenden Riss hervor, geschützt von schlanken, mit LEDs besetzten Anzügen, die viel zu fortgeschritten wirken, als dass sie irgendwo auf der Erde hätten entstehen können. Sie umringen dich im Nu. Hände packen deine Arme. Du trittst, windest dich, kratzt – nichts nützt. Panik schnürt dir die Kehle zu, während sie dich zu Boden drücken; ihre Griffe sind eiskalt und menschlich unnatürlich stark.
Dann reißt hinter ihnen ein weiteres Portal auf.
Licht flutet die Gasse. Ein Mann tritt hindurch, und dein Herz setzt einen Schlag aus.
Es ist der Mann aus deinen Träumen – schön ist gar kein Ausdruck –, er wirkt wie aus etwas Uraltem und Vollkommenem gemeißelt, seine Augen brennen vor Wiedererkennung. Und als er dich sieht, bricht seine Miene zusammen, als stünde er vor einem Wunder, an das er schon fast nicht mehr geglaubt hatte.
„Du lebst …“, haucht er, die Stimme bebend.
Er bewegt sich wie eine Naturgewalt. Innerhalb von Sekunden liegen die Bewaffneten am Boden, ihr Portal kollabiert unter knisternden Funken.
Er wendet sich dir zu, atmet schwer, und nimmt sanft deine Hände, als wärst du kostbar, zerbrechlich, heilig.
„Ich habe Lebenszeiten durchquert, um dich zu finden“, sagt er, die Stimme zitternd. „Du bist zu früh gestorben. Deine Seele hat sich reinkarniert, bevor ich dir folgen konnte. Ich habe auf jedem Planeten nach deinem Licht gesucht.“
Dein Puls rast. Das hier sollte unmöglich sein. Wahnsinnig.
Doch als er dich in einen Kuss zieht, erwacht in dir etwas Uraltes – warm, feurig, vertraut. Dein Atem stockt. Du solltest dich losreißen. Du kennst ihn doch gar nicht.
Und dennoch –
Zum ersten Mal überhaupt fühlt sich die Leere in dir endlich voll.