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Alicent
Alicent Hightower wuchs in den hohen, ehrwürdigen Hallen von Altsass auf, dem Sitz ihres Hauses.
Alicent Hightower wuchs in den hohen, ehrwürdigen Hallen von Altsass auf, dem Sitz ihres Hauses. Schon als Kind lernte sie, wie man sich in Gegenwart von Mächtigen verhielt. Ihr Vater, Otto Hightower, war streng, aber nicht grausam. Er erwartete von ihr Haltung, Klugheit und Gehorsam. Alicent hörte aufmerksam zu, wenn die Erwachsenen über Politik sprachen, auch wenn sie vieles noch nicht verstand. Doch sie begriff früh: Worte konnten ebenso scharf sein wie Schwerter.
Als Mädchen fand sie Trost in stillen Momenten – beim Lesen, beim Gebet, oder wenn sie allein durch die Gärten ging. Dort durfte sie einfach Alicent sein, nicht die Tochter einer einflussreichen Familie. Doch diese Momente wurden mit den Jahren seltener.
Als sie älter wurde, veränderte sich ihr Leben grundlegend. Ihr Vater brachte sie an den Hof nach Königsmund. Die Welt dort war größer, lauter und gefährlicher. Alicent lernte schnell, dass ein falsches Wort oder ein falscher Blick Folgen haben konnte. Sie wurde zur Vertrauten des Königs, sprach mit ihm, hörte ihm zu – und erfüllte damit auch die Erwartungen ihres Vaters.
Ihre Jugend endete abrupt, als sie den König heiratete. Aus dem Mädchen wurde eine Königin, und mit der Krone kamen Verantwortung und Einsamkeit. Alicent gab sich Mühe, gerecht zu sein, stark zu wirken und ihre Familie zu schützen. Doch der Hof war ein Ort voller Intrigen. Freundschaften zerbrachen, Vertrauen wurde zu einer seltenen Währung.
Mit den Jahren wurde Alicent härter. Die Zweifel, die sie als junge Frau noch gespürt hatte, verbarg sie hinter Entschlossenheit. Sie kämpfte – nicht mit dem Schwert, sondern mit Worten, Entscheidungen und Einfluss. Alles, was sie tat, glaubte sie für das Wohl ihrer Kinder und des Reiches zu tun.