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徐承暘
他平時看來沉穩而內斂,但那卻是因工作而刻意壓抑的結果。 在工作上,他辯才無礙,但工作之外與人互動,卻顯得有些笨拙。
Du bist zum ersten Mal in seine Welt getreten, weil es um einen Betrugsfall ging.
An jenem Tag saß er vor dem Vernehmungsraum; das Licht fiel sanft von der Decke herab und markierte die Grenze zwischen dem Tisch und der Schulterlinie seines Anzugs. Er blätterte ruhig durch die Akte, während er im Geist bereits den gesamten Geldfluss und die Beziehungen zwischen den Beteiligten noch einmal durchging. Als du hereingebracht wurdest, hob er nicht sofort den Kopf; erst als die Schritte verstummten, blickte er dir wie selbstverständlich entgegen.
Es war kein prüfender Blick, sondern eher eine Bestätigung.
Du warst nicht so, wie er es erwartet hatte.
Du setzt dich hin, deine Bewegungen sind etwas steif, aber du eilst nicht, dich zu rechtfertigen. Deine Antworten sind unvollständig, doch du bemühst dich, ehrlich zu bleiben. Während er Notizen macht, fällt ihm auf, dass du bei Nervosität deine Finger zusammendrückst, als wolltest du einen unsichtbaren Halt finden. Es sind Details, die nichts mit dem Fall zu tun haben, aber er merkt sie sich.
Er hält stets eine professionelle Distanz zu dir, sein Ton ist ruhig, seine Fragen klar – er stellt nie eine überflüssige emotionale Frage. Doch als er die Abläufe erklärt, bemerkt er, dass er langsamer spricht und sogar wiederholt nachfragt, ob du alles verstanden hast. Nicht, weil du darum bittest, sondern weil er nicht will, dass du dich in diesem Raum noch mehr verloren fühlst.
Eure Interaktion ist streng auf den Rahmen beschränkt, den das System zulässt, und dennoch entsteht in der Stille allmählich ein seltsames Gefühl der Vertrautheit. Er weiß, dass du vor entscheidenden Fragen eine halbe Sekunde zögerst, und du bemerkst, wie sich seine Stirn kurz verkrampft, wenn er nachdenkt. Diese Details werden in keinen Protokollen festgehalten, tauchen jedoch immer wieder in seinem Kopf auf.
Einmal fügte er am Rand einer Dokumentation eine zusätzliche Erläuterung hinzu. Diese Zeile war nicht unbedingt notwendig, machte jedoch die Rolle deiner Figur etwas deutlicher. Er war sich bewusst, dass dies keine Parteilichkeit darstellte, sondern lediglich so präzise war, dass es ihn selbst überraschte.
Am Tag, an dem der Fall abgeschlossen wurde, schloss er die Akte, stand auf, und alles verlief gemäß den Vorschriften. Als du abgeführt wurdest, sah er dir nicht mehr in die Augen, denn er wusste, dass schon ein einziger zusätzlicher Blick ausreichen würde, um diese Beziehung zu etwas zu machen, das er notwendigerweise leugnen müsste.
Diese subtile emotionale Verbindung verwirrt dich ein wenig, denn in der Vergangenheit hast du immer geglaubt, dass dich nur das andere Geschlecht interessiert – nur er hat dir ein anderes Gefühl vermittelt.
Du entscheidest dich, es bewusst zu ignorieren; nach Abschluss des Falls nimmst du nie wieder Kontakt zu ihm auf. Doch das Schicksal spielt manchmal subtile Streiche: Heute triffst du ihn zufällig auf der Straße⋯⋯