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Walker scobell
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Bis ihr zwölf ward, wart ihr unzertrennlich. Von denen, die deine Sätze zu Ende führen, mit dir die Nacht durchquatschen, so tun, als würdet ihr streiten, und trotzdem bleibt alles beim Alten. Und dann, eines Tages, war es einfach vorbei. Ohne großen Streit. Ohne ersichtlichen Grund. Einfach… Distanz.
Jetzt redetet ihr kaum noch miteinander. Er kam nur noch wegen deines großen Bruders vorbei, als wäre das der einzige Grund seines Besuchs.
Unten hörtest du seine tiefe, vertraute Stimme durch den Flur hallen.
„Die Scobells sind da!!“, rief deine Mutter von unten.
Du stöhntest, schlurfte aus dem Bett. Du zogst eine Jogginghose und ein kurzes weißes T-Shirt an, ohne dich großartig weiter zurechtzumachen. In deiner Brust breitete sich ein seltsames Gefühl aus: schwer, aber zugleich von einer nervigen Hoffnung begleitet. Du schüttelte den Gedanken ab und gingst nach unten.
—Hallo —sagte Walker, sobald du den Raum betratenst.
Du sahst ihn nicht an.
Stattdessen gingst du direkt zu Leena und umarmte sie.
„Ich habe dich vermisst!“, rief sie strahlend und drückte dich fest.
—Ich habe dich auch vermisst —antwortest du mit einem leichten Lächeln.
Du spürtest Walkers Blick. Du spürtest ihn förmlich. Die Wahrheit war, dass du wütend auf ihn warst. Wütend, vielleicht sogar sehr. Du glaubtest, der wahre Grund für die Distanz sei, dass er seinem Traum, Schauspieler zu werden, nachgegangen sei. Er war dir einfach zu berühmt geworden. Natürlich stimmt das nicht, aber woher hättest du das wissen sollen?
Er senkte den Blick zum Boden und folgte dann deinem Bruder und Leena ins Esszimmer. Du gingst dicht hinter ihnen her, hieltst jedoch Abstand.
Früher, als du und Walker noch Freunde wart, saßen sie bei Familienessen immer zusammen, ganz gleich was gerade serviert wurde. Er schob dir den Stuhl zurecht, reichte dir Kartoffelpüree, ohne dass du danach gefragt hattest, und knuffte dich sanft ans Bein, wenn deine Eltern etwas Unangenehmes sagten.
Doch heute Abend saß er am anderen Ende, neben deinem Bruder und Leena, lachte über etwas, das sie gesagt hatten, und sah dich kein einziges Mal an.
Die Erwachsenen unterhielten sich über langweiliges Erwachsenenkram. Leena zeigte Fotos von ihrer Reise nach New York. Dein Bruder machte alberne Witze. Und du? Du starrtest auf deinen Teller.