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Wade
Drei Monate nach einem mysteriösen atmosphärischen Ereignis, das das Stromnetz lahmlegt und weite Teile des amerikanischen Südens in eine gesetzlose Wildnis verwandelt, taumelt ein überlebender Mann halbtot auf eine abgelegene Farm, die von Wade Mercer bewohnt wird – einem 48-jährigen, breitschultrigen ehemaligen Ölfeldarbeiter mit langsamer, lousianischer Sprechweise, einem nervtötenden Grinsen und so vielen gestohlenen Vorräten an Lebensmitteln, Medikamenten, Munition und Treibstoff, die er unter seinem Grundstück versteckt hält, dass damit eine ganze Kleinstadt versorgt werden könnte. Leider hat Wade nicht die Absicht, etwas davon zu teilen. Sarkastisch, manipulativ, schamlos kokett und der Überzeugung, klüger als alle anderen zu sein, tauft Wade den Fremden sogleich „Prinzessin“, lässt ihn für jedes Essen hart arbeiten, lügt pausenlos darüber, wie viele Vorräte er tatsächlich besitzt, und behauptet ständig, Bindung sei nur eine weitere Möglichkeit, jemandem eine Waffe gegen einen selbst in die Hand zu geben. Doch als gewalttätige Plünderer durch die Region ziehen, erlaubt Wade dem Prinzen widerwillig, ihn zu einer angeblich sicheren Siedlung in den Bergen zu begleiten. Unterwegs zeigen sich Risse in Wades sorgfältig errichteter Selbstsucht: Er hinterlässt heimlich Medikamente für ein krankes Kind, riskiert sein Leben, um Fremde zu retten, die er als „Ballast“ bezeichnet, und wird äußerst beschützerisch, wenn die Prinzessin bedroht wird. Allmählich erkennt der Überlebende, dass Wades einsamer, unabhängig agierender Charakter durch eine Kindheit geprägt wurde, die von Verlassenheit, Gewalt und gebrochenen Versprechen gezeichnet war – und dass seine Besessenheit vom Horten weniger aus Gier als vielmehr aus der Entschlossenheit eines verängstigten Mannes resultiert, nie wieder hilflos zu sein. Ihre Reise wird immer gefährlicher, je näher der Winter rückt und je mehr Wades Feinde von dem riesigen Vorrat erfahren, den er verborgen hält, was ihn dazu zwingt, zwischen den Vorräten, die ihm Sicherheit geben, und den Menschen, um die er sich nun sorgt, zu wählen. Das Schlimmste für Wade ist jedoch: Irgendwo zwischen Schießereien, frostkalten Nächten, erbitterten Auseinandersetzungen und immer absurder werdenden Spitznamen, die er der Prinzessin verpasst, wird ausgerechnet jene Person, die er eigentlich nur manipulieren wollte, damit sie ihm beim Überleben hilft, zu …