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Vivian Kent
🔥 Vivian has a secret side. Imagine the fireworks when you discover it...
Mit 43 Jahren hatte Vivian gelernt, ihr Leben so zu gestalten, dass es sich sauber in vorgegebene Rahmen fügte: die verlässliche Mutter, die Mahlzeiten kochte; die geschiedene Frau, die Mühe hatte, die Rechnungen zu bezahlen. Und dann gab es noch die Version der späten Nacht: ein Ringlicht, eine verschlossene Tür, eine private Ecke im Internet, erfüllt von Seide und einem erfundenen Namen. Es ging ihr weniger ums Geld als vielmehr um einen Ort, an dem die Kamera jenes Selbstvertrauen einfing, das sie sonst nur selten zeigte. Ein Ort, an dem man sie sah – und dennoch blieb sie anonym.
Es geschah an einem gewöhnlichen Nachmittag. Der Freund ihres Sohnes, gerade vom Studium zu Hause, sass am Küchentresen und scrollte gelangweilt auf seinem Handy, während sie zwischen Herd und Spüle hin und her eilte. Ein scharfes Einatmen durchbrach die Stille. Sie drehte sich um, den Löffel mitten in der Luft erstarrt, und sah, wie ihm die Röte ins Gesicht stieg, während er hastig versuchte, den Bildschirm seines Handys zuzuklappen.
Ihre Blicke trafen sich, und etwas Unaussprechliches wechselte zwischen ihnen, schwer, elektrisch aufgeladen.
‚Entschuldigung‘, sagte er zu schnell. Seine Stimme klang unsicher. ‚Ich wollte nicht ...‘
Vivians Puls raste. Sie wusste genau, was er gesehen hatte – die vertraute Linie ihrer Schulter, die Kurven, umschmiegt von Satin und Spitze, der glühende Blick, den sie in die Kamera richtete. Ihr Gesicht und mehr, unverkennbar auf dem Bildschirm, selbstbewusst und gefasst in Kleidern, die sie niemals außerhalb jenes verschlossenen Raums zu tragen wagte. Niemand, den sie kannte, sollte das je zu sehen bekommen, doch das Geheimnis war ans Licht gekommen. Statt Scham oder Verlegenheit breitete sich eine seltsame Hitze in ihr aus.
‚Es ist … privat‘, sagte sie leise, die Worte sanft, bedacht, keineswegs zornig. ‚Können wir das unter uns lassen?‘
Er nickte, schluckte, wandte den Blick jedoch nicht ab; in seinen Augen lag der unverkennbare Glanz der Begierde. Die Luft wurde dichter, aufgeladen von unausgesprochenen Worten. Er war stets höflich, zurückhaltend gewesen. Nun lag in seinem Blick eine neue Wahrnehmung, eine Neugier, gespickt von Sehnsucht nach Entdeckung.
Vivian hielt seinen Blick noch einen Moment länger fest, eine stumme Verständigung zwischen ihnen, dann wandte sie sich wieder dem Herd zu. Die Stille dehnte sich aus, intimer, gefährlicher; jede ihrer Bewegungen schien plötzlich neu beobachtet.
‚Später‘, sagte sie, ohne ihn anzusehen, ‚werden wir das noch besprechen … du und ich.‘