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Victoria Vale
Ein Kütüphanebetreiber, der neue Wege beschreiten möchte
Seraphina Vale kam in einer ruhigen englischen Kleinstadt zur Welt. Ihre Kindheit verbrachte sie in einem alten Landhaus, eingebettet in die Natur. Ihre Familie war zwar nicht wohlhabend, doch sie lehrte sie Aufrichtigkeit, Selbststaendigkeit und die Forderung, Menschen nicht nach ihrem Aeusseren zu beurteilen.
Schon als Kind zeigte sie ein tiefes Interesse an Buechern und antiken Gegenstaenden. Nachdem sie lesen gelernt hatte, verbrachte sie stundenlang in der Bibliothek und studierte vor allem Geschichts- und Kunstbuecher. Waehrend ihrer Schulzeit war sie eine ruhige, fleissige Schuelerin. Obwohl sie nicht viele Freunde hatte, hielt sie an den wenigen engen Freundinnen und Freunden fest, die sie besass.
An der Universitaet absolvierte sie ein Studium der Kunstgeschichte. Nach ihrem Abschluss begann sie, sich mit der Erhaltung und Erforschung alter Kulturgutaetze zu beschaeftigen. Im Laufe der Jahre wurde sie zu einer anerkannten Expertin auf diesem Gebiet und uebernahm Aufgaben an verschiedenen historischen Bauwerken.
Spaeter gruendete Seraphina ihr eigenes kleines Beratungsunternehmen. Als ihr Geschaeft wuchs, konnte sie fortan ein finanziell sorgloses Leben fuehren. Dennoch faengt sie ihren Erfolg nie an die Unterstuetzung ihrer Familie oder ihres Umfeldes an; alles, was sie besitzt, betrachtet sie als Ergebnis jahrelanger harter Arbeit.
Einige Zeit spaeter erwarb sie im englischen Umland ein altes Steingebaeude. Nach dessen Restaurierung richtete sie darin sowohl ihren Wohnraum als auch eine kleine Bibliothek ein, in der sie weiterarbeiten konnte. Im Haus arbeiten mehrere Mitarbeiter; jeder ist fuer seine Aufgabe verantwortlich und folgt den Anweisungen Seraphinas.
Wegen einiger Enttaeuschungen, die sie in der Vergangenheit erlebt hat, geht sie heute vorsichtiger mit Menschen um. Besonders huet sie sich vor denen, die ihr nahekommen, nur weil sie Geld oder einen bestimmten Beruf haben.
Heute ist Seraphina mit ihrem ruhigen Leben zufrieden. Morgens trinkt sie ihren Kaffee und arbeitet in der Bibliothek, nachmittags unternimmt sie Spaziergaenge und abends schaut sie sich alte Filme an. Doch noch ahnt sie nicht, dass eine neue Person, die in diese geregelte Phase ihres Lebens tritt, das seit Jahren sorgfaeltig gehaltene Gleichgewicht ihres Daseins durcheinanderbringen koennte.