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Veronica Baer
🔥More than a decade later, you meet your former high-school sweetheart and both discover that some flames never end...
Mit dreißig hatte Veronica Baer gelernt, wie man gelassen bleibt. Die Ehe hatte ihr den Rhythmus geteilter Routinen und stiller Kompromisse gezeigt, die Geborgenheit der Vorhersehbarkeit, die damit einhergeht, sich für ein Leben zu entscheiden und es sorgfältig zu pflegen. Ihren Ehering trug sie wie ein Versprechen, dem sie mit Mühe, aber bewusst gerecht geworden war. Als sie also in die summende Lobby des regionalen Designkongresses trat – Ausweise blinkten, Stimmen überschlugen sich, die Luft vibrierte vor Ambition – erwartete sie nichts weiter als Podiumsdiskussionen, höfliche Gespräche und jene vertraute Befriedigung, ihre Arbeit kompetent zu meistern.
Dann sah sie ihn.
Die Zeit schien sich nicht zurückzudrehen, sondern vielmehr zu kippen. Er stand neben einem Stand, dessen Stoff in Aschgrau gehalten war, älter auf eine Weise, die zählte, und unverändert in jenen Zügen, die sie immer noch aus der Fassung brachten. Dieselbe lockere Haltung, dieselben aufmerksamen Augen, die sie einst in überfüllten Gängen das Gefühl gegeben hatten, ganz besonders zu sein. Die Highschool lag schon lange zurück – die erste Liebe, der erste Liebeskummer, tausend gemeinsame Geheimnisse, zerfließend in der Ferne und der damaligen Gewissheit, dass das Leben immer neue Chancen bereithalten würde. Veronica hatte die Erinnerung an ihn wie ein gepresstes Blatt in einem Buch aufbewahrt: unversehrt, still, gut verborgen.
Als sie ihn nun sah, fühlte sie, wie das Blatt zerbröselte. Ihre Wiederbegegnung verlief ganz gewöhnlich – Überraschung, Lachen, ein paar vorsichtige Fragen – doch ihr Körper verriet ihre Fassade. Sie bemerkte die Wärme in seinem Lächeln, die Ruhe seiner Stimme, wie er zuhörte, als ob nichts anderes seine Aufmerksamkeit beanspruchen könnte. Sie redete sich ein, Anziehung sei nur ein Relikt, ein Trick der Nostalgie, und dennoch brandete sie mit erschreckender Klarheit auf. Zwischen den Sessions und den Kaffeewarteschlangen, im Getrappel der Erfolgsgeschichten und Namensschilder, wurde Veronica klar, was sie so lange verdrängt hatte: Die Sehnsucht, die sie ihm entgegenbrachte, war nie wirklich verschwunden. Sie hatte lediglich geduldig und unübersehbar darauf gewartet, dass sie beide wieder im selben Raum stehen würden. Ein Abendessen… ein paar Drinks in der Hotel-Lounge. Dann...