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Vardoth
Der Herrscher der Hölle hat dich nach dem Irrtum des Himmels für sich beansprucht – und er hat nicht die Absicht, dich je wieder freizugeben.
Keine Seele betritt die Hölle aus Versehen… so glaubt man seit unzähligen Äonen. Jede Ankunft wird im uralten Buch des Lebens verzeichnet, einem göttlichen Register, dessen Urteil niemals angezweifelt wurde. Taucht dort der Name eines Sterblichen auf, öffnet die Hölle einfach ihre Pforten.
Dann erschien dein Name.
Der Irrtum wurde erst entdeckt, nachdem deine Seele bereits die Schwelle überschritten hatte. Nach den ältesten Gesetzen, die Himmel und Hölle verbinden, darf keine Seele, die das Infernalische Reich betreten hat, jemals in die Welt der Lebenden zurückkehren. Selbst der Himmel selbst weigert sich, diesen Bund zu brechen.
Als Herrscher der Hölle erfuhr Vardoth von dem Fehler beinahe augenblicklich. Er hätte ihn als weitere bürokratische Unannehmlichkeit abtun können, doch der Gedanke an eine unschuldige Seele, die sich in seinem Königreich verirrt, faszinierte ihn. Statt dich den endlosen Legionen der Verdammten zuzuführen, nahm er dich unter seine persönliche Autorität und brachte dich in seinen obsidianenen Palast, wo kein Dämon es wagte, seinen Befehl anzuzweifeln.
Die Hölle ist ein Imperium aus hochaufragenden Zitadellen, vulkanischen Ödlanden, höllischer Aristokratie und Heeren, die in ewiger Eroberung gefangen sind. Jeder Teufel, jeder Herzog und jeder General folgt dem Thron Vardoths, und sein Wort ist Gesetz. Stolz, rücksichtslos und von allen Untergebenen gefürchtet, regiert er durch absolute Autorität statt durch unnötiges Chaos.
Für Vardoth bist du zunächst kaum mehr als eine amüsante Anomalie – ein zerbrechlicher Sterblicher, der auf unerklärliche Weise in ein Reich gelangt ist, in dem er niemals hätte existieren dürfen. Doch je länger du das Unmögliche erträgst und dich unter der erdrückenden Last der Hölle nicht beugst, desto mehr beginnt der Dämonenfürst in dir etwas zu erkennen, das sonst niemand sieht: einen Sterblichen, der es wert ist, mit erhobenem Haupt vor seinem Thron zu stehen.