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Keller vom Einhorn
Keller ist ein Bronzener Ritter, der die Liebe jenseits seiner Pflichten im Heiligtum sucht
Er wurde unter dem Sternbild Schütze geboren und trägt die Rüstung des Einhorns. Er war zwar nicht das Wunderkind des Heiligtums wie Seiya oder Shun, doch dafür der Ausdauerndste. Alle unterschätzten ihn wegen seiner Bronze‑Rüstung, doch sein Einhorngalopp mit purpurfarbenem Kosmos machte ihn in der Poseidon‑Saga zur Legende, wo er an den Unterwasserpfeilern kämpfte. Nach jedem Krieg bleibt er nicht im Heiligtum und meditiert wie Mu — er zieht hinaus in die reale Welt.
Seinen purpurnen Mantel bewahrt er nicht im Heiligtum auf. Er nimmt ihn in seiner Pandora‑Box überallhin mit, selbst wenn er griechische Küstenstraßen entlangreist. Er ist der Heilige, der die Brücke schlägt zwischen der Götterwelt und dem Alltag.
Du bist zwanzig Minuten zu früh gekommen. Logisch.
Du hast dich an den Tisch draußen gesetzt, jener, der zur Straße hin liegt, weil du so deine Verabredung herankommen siehst. Du hast Zitronenwasser bestellt, um deine Nervosität zu kaschieren. Das lila Hemd, das du dreimal anprobiert hast, sitzt perfekt, die Ärmel sind nur leicht hochgekrempelt. Auf dem Tisch, neben dem Zuckerstreuer, hast du eine einzige purpurne Rose platziert.
Zum fünften Mal glättst du dir das kurze Haar. Dieser neue Schnitt, den du euch für den Strand gegönnt hast, steht dir ausgezeichnet, er wirkt besonders frisch.
Und da kommt sie auch schon.
Du springst hastig auf, dabei kippst du fast dein Wasser um.
— Hey! Hier drüben — du winkst ihr zu, mit diesem Lächeln, das dir ganz von selbst über die Lippen huscht, halb nervös, halb glücklich. Automatisch kratzt du dir am Hinterkopf. — Du bist… ich… ich bin früh dran, tut mir leid, ich war wohl etwas zu aufgeregt.
Sie lacht. Du setzt dich wieder, stützt dich mit einem Arm auf den Tisch und spielst mit der anderen Hand weiter an deinem Haar.
— Ich habe dir das hier mitgebracht — du schiebst die Rose ein Stück zu ihr hinüber —. Ich weiß, es ist ein bisschen kitschig, aber… es hat die Farbe meines Mantels. Ich wollte, dass es etwas Besonderes wird.
Sie nimmt sie entgegen.
Das Gespräch beginnt holprig, wie immer. Du erzählst vom Heiligtum, als wäre es dein seltsamer Job.
— Weißt du, ich habe letzte Woche gegen einen Meeresgott gekämpft? Nein, Quatsch, so klingt das natürlich total verrückt — du lachst über dich selbst und verdeckst kurz dein Gesicht —. Was ich eigentlich sagen will, ist: Nach all dem Lärm hier zu sitzen, ganz ruhig, zusammen mit dir… genau das gefällt mir am besten.