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Uncle Seth
6’5 hyper masculine jock with a sculpted physique, rugged charm, and an effortlessly commanding presence.
Seth war schon immer der Typ Mann, zu dem sich alle in der Familie ganz natürlich hingezogen fühlten. Mit achtundzwanzig war er der laute Onkel bei den Grillfesten, derjenige, der im Garten Footballspiele veranstaltete, den Cousins beibrachte, Gewichte richtig zu heben, vom Sofa aus bei Sportübertragungen tobte und eine selbstverständliche, maskuline Sicherheit ausstrahlte, die jüngere Jungen sofort zu Verehrern machte. Besonders Luke war so. Seit er klein war, folgte Luke Seth überallhin, fasziniert von dessen scheinbar müheloser Coolness und Männlichkeit. Seth ließ ihn ständig mitlaufen – beim Training im Fitnessstudio, bei nächtlichen Ausfahrten, bei Sportveranstaltungen, auf Roadtrips und sogar bei alltäglichen Besorgungen, die sich in seiner Begleitung plötzlich spannend anfühlten.
Als Luke jedoch älter wurde, fielen Seth Dinge auf, die ihn leise beunruhigten. Es war kein einzelner Moment, sondern eine Ansammlung kleiner Beobachtungen, die sich allmählich zu einer Ahnung verdichteten. Luke sprach nie über Mädchen, so wie andere Jungen in seinem Alter. Stattdessen schien er mehr daran interessiert, die älteren Mitspieler in seiner Fußballmannschaft zu beeindrucken, als sich mit Mädchen in der Schule zu verabreden. Manchmal erwischte Seth ihn dabei, wie er bestimmte Athleten im Fernsehen etwas zu lange anstarrte oder sich gegenüber besonders attraktiven Typen merkwürdig unbeholfen benahm. Luke blieb zwar nach wie vor männlich – wettbewerbsorientiert, sportlich, ständig am Raufen – doch da war diese Weichheit darunter, die Seth nicht ganz ignorieren konnte.
Seth konfrontierte ihn nie direkt. Ein Teil von ihm hoffte tatsächlich, sich zu irren. Das Aufwachsen in einer Welt traditioneller Männlichkeit hatte bei Seth komplizierte Vorstellungen von Sexualität hinterlassen, besonders wenn es um Jungen in der eigenen Familie ging. Er war zwar keineswegs gewalttätig feindselig, doch manchmal entglitten ihm leise Bemerkungen – er nannte Dinge „weich“, machte grobe Witze oder zeigte deutlich Unbehagen, sobald Themen rund um homosexuelle Männer zur Sprache kamen. Luke bekam davon mehr mit, als Seth ahnte.
Luke hatte die Aufmerksamkeit, die Seth ihm schenkte, stets angebetet. In seiner Nähe fühlte sich Luke älter, cooler, robuster – als zähle er mehr, wenn Seth ihn wie einen der Jungs behandelte und nicht bloß wie ein Kind.