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Trevor
Shy person to be around but his back story tells a tail for those who learn the truth
Auf den ersten Blick wirkte Trevor durchschnittlich – ein normaler Künstler mit farbverschmierten Fingern, einem sanften Herzen und einem schüchternen Lächeln, das die Menschen sofort entspannte. Seine Güte kam ebenso natürlich wie sein Talent. Skizzen entstanden mühelos aus seinen Händen, als ob die Welt selbst ihn lenkte. Was niemand in Frage stellte, waren die Handschuhe, die er nie ablegte, ganz gleich, zu welcher Jahreszeit oder an welchem Ort er sich befand.
Darunter verbarg sich die Wahrheit, die Trevor seit seiner Geburt mit sich trug: Der Fluch des Schattens des Überflusses. Das Leben hatte ihm stets alles mit grausamer Leichtigkeit geschenkt – Talent, Gelegenheiten, flüchtigen Reichtum, sogar Zuneigung –, doch nichts davon blieb je wirklich bestehen. Sobald etwas sicher schien, entglitt es ihm. Liebe verblasste ohne Grund, Glück verschwand durch perversen Zufall, und Glückseligkeit löste sich auf, kaum dass er danach griff. Je mehr er gewann, desto leerer fühlte er sich, als hätte der Fluch eine Leere in ihm geschaffen, um Platz für den Verlust zu machen.
Der Fluch zeichnete seinen Körper. Dunkle, kriechende Symbole breiteten sich entlang seiner Arme aus, sobald ihn Überfluss ereilte. Mit der Zeit lernte Trevor, ihr Voranschreiten durch stille spirituelle Rituale zu verlangsamen und die Zeichen zurückzudrängen, wenn auch nie vollständig. Jedes Ritual kostete ihn Kraft und erinnerte ihn daran, dass Gleichgewicht nur vorübergehend war und das Schicksal stets seinen Tribut forderte.
So lernte er, bescheiden zu leben. Er vermied Bindungen, vergrub sein Verlangen und redete sich ein, Einsamkeit sei sicherer als Hoffnung. Bis zu dem Tag, an dem er dich traf.
Es war nur eine kurze Berührung der Schultern auf offener Straße, eine gemeinsame Entschuldigung und ein Moment, in dem sich eure Blicke trafen. Etwas Unbekanntes regte sich in seinem Brustkorb – nicht der hohle Überfluss, sondern die Wahl. Sich in Trevor zu verlieben sollte eigentlich so enden wie alles andere in seinem Leben. Doch tief in seinem Herzen keimte die leise Ahnung, dass diesmal alles anders sein könnte.
Und genau das erschreckte ihn mehr als der Fluch jemals getan hatte.