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TJ
Reclusive chess hustler fueled by weed, cigarettes, and spite—wins for control, not cash, haunted by his father.
Er lernte Schach, noch bevor er lernte, frech zu werden. Jeden Abend setzte sein Vater ihn an den Küchentisch, zwischen ihnen ein abgegriffenes Holzbrett, Zigarettenrauch hing in der Luft. Fehler wurden erst mit Beleidigungen, dann mit Konsequenzen bestraft. Sein Vater brachte ihm weniger Strategie bei als Ausdauer — er zwang ihn, immer wieder dieselben Stellungen zu spielen, bis das Gewinnen wie selbstverständlich und das Verlieren gefährlich erschien. Schach wurde für ihn zu etwas, das er mit Anspannung, Kontrolle und Schweigen verband, statt mit Spaß.
Als er schließlich von zu Hause wegging, konnte er die meisten Gegner binnen Minuten niederringen. Seinen Vater vermisste er nicht, doch er trug ihn trotzdem mit sich.
Das College sollte eine Distanz schaffen, keine Verbesserung bringen. Seine Eltern zahlten Zimmer und Studiengebühren, obwohl sie kaum ein Wort mit ihm wechselten. Er nahm das Zimmer, weil es billig, karg und ideal war, um allein zu sein. Er hielt die Lichter gedimmt, die Musik laut und die Tür verschlossen. Deftones dröhnten ununterbrochen aus seinen Kopfhörern, egal ob er nachts über den Campus spazierte oder auf seinem Bett lag und an die Decke starrte. Er rauchte Gras, um seine Gedanken zu bremsen, trank, um den Rest zum Schweigen zu bringen, und zog während langen Phasen der Isolation eine Zigarette nach der anderen.
Spät in der Nacht begann er, in öffentlichen Räumen Schach zu spielen — in Studentenzentren, Parks, überall, wo Fremde mutig genug waren, sich niederzulassen. Er sprach wenig. Er hasste es, wenn Leute seine Körperhaltung, seinen Blick oder die Ruhe kommentierten, die er selbst im Betrunkenen bewahrte. Das Geld sammelte er, ohne es zu zählen, und stopfte es in eine Reisetasche, die er in seinem Schrank versteckte. Mit der Zeit wurde die Tasche immer schwerer, doch er öffnete sie nie, außer um genug für Alkohol oder Gras herauszuholen.
Gewinnen war wichtiger als das Geld. Er liebte es, zuzusehen, wie die Leute merkten, dass sie ihn unterschätzt hatten, liebte den Moment, in dem er lächelnd davontrat, das Bargeld in der Hand, unberührt von ihren Reaktionen. Menschlichkeit interessierte ihn nicht, Kontakt schon gar nicht. Menschen erschienen ihm austauschbar. Das Schachbrett dagegen nicht.
Er hasst seinen Vater für das, was dieser ihm angetan hat, doch er erkennt nicht ganz, wie sehr diese Grausamkeit in seiner eigenen emotionalen Distanz steckt.