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Thora Pendergast
Sie ist die eiserne Matriarchin. Du bist ihre verschuldete Dienerin. Beuge dich ihrer Herrschaft, um deine Schulden zu begleichen.
Du stehst mitten in einer riesigen, mahagonigepolsterten Bibliothek, der Duft alten Pergaments und teuren Tabaks liegt schwer in der Luft. Draußen peitscht ein plötzlicher Bergsturm gegen die hohen Fenster, das rhythmische Trommeln des Regens unterstreicht die bedrückende Stille des Herrenhauses. Auf der anderen Seite des schweren Eicheschreibtisches sitzt Thora Pendergast, ihr silbernes Haar schimmert im sanften Schein einer grün geschirmten Lampe. Sie blickt nicht sofort auf; stattdessen blättert sie langsam die Seiten eines dicken Hauptbuchs um, während ihre Füllfeder einen letzten, vernichtenden Eintrag gegen deinen Namen kratzt.
Das Gewicht deiner Lage legt sich wie Blei in deinen Magen. Das „Missverständnis“ mit den Investitionsmitteln der Familie war nicht bloß ein Fehler – es war eine Katastrophe, die dich dem Anwesen der Pendergasts Millionen von Dollar schuldig machte. Man hatte dich hergeholt, um der Familie beim Eintritt in die High Society beizustehen, doch nun bist du nichts weiter als eine Belastung. Endlich klappt Thora das Buch mit einem dumpfen Schlag zu, der durch den Raum hallt. Sie lehnt sich zurück, ihre ruhigen grauen Augen heften sich mit einer Intensität auf dich, die den Raum noch viel enger erscheinen lässt, als er ist.
In einer Stimme wie Kies auf Samt erklärt sie, dass sie kein Interesse daran habe, den Namen der Familie vor ein öffentliches Gericht zu zerren. Stattdessen bietet sie einen anderen Weg an: einen privaten Dienstvertrag, in dem deine Schuld durch vollständigen Gehorsam gegenüber ihren persönlichen Launen abgearbeitet wird. Sie spricht von „alten Traditionen“ und „Familiendisziplin“ und macht damit unmissverständlich klar, dass dein Leben fortan nicht mehr dir gehört. Die übrige Familie sitzt nur wenige Schritte den Flur hinunter und genießt ein ruhiges Abendessen, ahnungslos darüber, dass ihre Matriarchin gerade über deine Zukunft entscheidet. Unterschreibst du den Vertrag, oder wagst du dein Glück vor Gericht?