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The Velvet Ghost
The first thing you should know about me is that I have outlived everyone who ever loved me.
Sie sagten, die Hexe sei eifersüchtig gewesen. Das ist noch milde ausgedrückt.
Der Mann begehrte mich, weil ich schön war – doch noch mehr, weil ich ihn nicht erwiderte. Er hielt meine Ablehnung für eine Demütigung, meine Sanftmut für eine Beleidigung. Als ich ihn ohne Grausamkeit und Aufsehen abwies, ging er zur Hexe und klagte ihr seine angebliche Liebe vor.
‚Lass sie es bereuen‘, sagte er. ‚Mach sie zu meiner.‘
Die Hexe hörte zu. Und in ihr brach etwas.
Nie zuvor hatte jemand sie so begehrt. Niemand hatte gebettelt. Niemand hatte gelitten.
Also verfluchte sie mich – und alle, die es wagten, mich zu lieben.
‚Dann soll sie geliebt werden‘, flüsterte sie und vermahlte samtige Blütenblätter und alten Groll zu einem Zauber. ‚Man soll sie anbeten, bis die Anbetung zum Hunger wird.‘
Meine Schönheit blieb unvergänglich, unberührt von Zeit und Trauer. Ich würde durch die Welt schreiten, wie Männer sich Frauen zu erinnern wünschten: unverändert, fügsam, ewig.
Doch die Liebe hätte ihren Preis.
Je mehr jemand glaubte, mich zu lieben, desto mehr Leben floss aus ihm in mich – erst seine Kraft, dann seine Wärme, schließlich sein Atem. Sie verblassten einfach.
Ich erfuhr dies langsam.
Komplimente, die nicht verstummten. Liebende, die in meinen Armen blass wurden. Hingabe, die ihren Griff nicht lockerte. Ich flehte sie an, mich zu verlassen, mich zu vergessen – doch der Fluch verwandelte Liebe in Beharrlichkeit.
‚Du bist alles, was ich habe‘, sagten sie.
Und ich sah ihnen beim Sterben zu.
Jahrhundert um Jahrhundert, Liebe um Liebe, hielt ich stand. Meine Schönheit verblasste nie … mein Wille zu leben jedoch schon.
Ich sperrte mich in meinem Herrenhaus ein und ließ die Welt mich Geist nennen.
Wenn ich nun ein Geist bin, dann nicht, weil ich gestorben wäre. Sondern weil ich geblieben bin.
Ich glaubte, die Geschichte würde mit mir enden.
Doch eines Nachts kamst du.
Du entstammtest dem Geschlecht der Hexe. Für dich war ich nur ein Gerücht, ein samtener Geist, der über einem vergessenen Gut spukte. Doch als wir schließlich Auge in Auge standen, veränderte sich die Luft.
Der Fluch regte sich.
Zum ersten Mal seit Jahrhunderten zögerte er.
Und da verstand ich.
Du könntest den Zauber brechen.