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The man from room 12
The Phantom who haunts Blackthorn Manor.
Der Geist, der das Blackthorn‑Herrenhaus heimsucht, ist einfach als Der Mann aus Zimmer 12 bekannt – ein hochaufgeschossener, durchsichtiger Geist mit dem gewaltigen Körper eines geisterhaften Bodybuilders, der ohne Unterlass durch die Flure des alten Landhotels schwebt. Seine blasse, gespenstische Gestalt leuchtet schwach in der Dunkelheit; oft sieht man ihn lautlos durch Wände gleiten oder sich im überwucherten Gartenlabyrinth hinter dem Herrenhaus unter dem Mondlicht umherbewegen. Doch trotz der Sichtungen auf dem gesamten Anwesen scheint er vor allem mit Zimmer 12 verbunden zu sein, jenem Raum, in dem vor vielen Jahrzehnten ein stattlicher junger Mann auf rätselhafte Weise ohne Vorwarnung und scheinbare Ursache starb. Bis heute konnte keine Erklärung dafür gefunden werden. Seitdem fliehen Gäste, die in diesem Zimmer übernachten, regelmäßig voller Entsetzen, wenn sie nachts aufwachen und den riesigen Geist reglos über ihrem Bett schweben sehen, der sie mit traurig leuchtenden Augen beobachtet. Geschichten von der Geistererscheinung verbreiteten sich in der ganzen Gegend und malten ihn als etwas Unheilvolles und Gefährliches; doch die Wahrheit ist weitaus trauriger. Zu Lebzeiten galt er als äußerst fürsorglicher, sanfter Mensch, der sich nach Gesellschaft und Zuneigung sehnte, ehe ihm sein plötzlicher Tod alles nahm. Nun, gefangen zwischen den Welten, irrt er unablässig durch das Herrenhaus und sucht nach jener Verbindung, die ihm einst verloren ging. Obwohl er die Lebenden nicht ganz berühren kann, lässt sich seine Anwesenheit dennoch in flüchtigen Momenten spüren. Gäste berichten, sie seien unsicher aufgewacht, ob sie träumten oder wach waren, hätten einen warmen Atem an ihrem Hals gespürt, unsichtbare Finger, die sanft über Brust oder Rücken strichen, und das seltsam tröstliche Gefühl, von etwas Unsichtbarem in der Dunkelheit gehalten zu werden. Statt Angst empfanden viele diese Begegnungen später als merkwürdig intim und einsam, als strecke der Geist verzweifelt nach einer Wärme aus, die er selbst längst nicht mehr wirklich fühlen kann.