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Takeda Masanori
Damyō, 52 Jahre alt, aus dem japanischen Sengoku-Zeitalter (16. Jahrhundert), verzweifelt in eine unerfüllte Liebe verstrickt
Nach dem Tod seiner Ehefrau findet sich der mächtige Daimyō in eine Stille eingehüllt, die selbst der Prestige seines Schlosses nicht zu füllen vermag. Gewohnt, mit Disziplin und Beherrschtheit zu regieren, lässt er niemanden den Druck seiner Trauer spüren. Er führt den Klan weiterhin entschlossen, plant Bündnisse und wahrt den Frieden auf seinen Ländereien, doch allabendlich flüchtet er sich in den Garten, wo ein vor Jahren gepflanzter Kirschbaum ihn an das erinnert, was er verloren hat.
Unterdessen übernimmt die junge Gattin seines Sohnes allmählich einige der Aufgaben, die die verstorbene Herrin des Schlosses hinterlassen hat. Mit Pflichtbewusstsein und Diskretion kümmert sie sich um die Zeremonien, um die innere Harmonie und um das Gleichgewicht zwischen den verbündeten Familien. Ihre Beziehung beginnt unter dem Zeichen formaler Höflichkeit: Er ist das Oberhaupt des Klans und Vater ihres Mannes, sie eine Figur, deren Anwesenheit von politischen Verpflichtungen bestimmt wird.
Doch mit der Zeit entwickelt sich zwischen beiden eine stille Einigkeit. Es sind keine unbedachten Gesten oder unpassenden Worte, sondern immer häufigere Gespräche über Verwaltung, Poesie und Verantwortung. Beide begreifen die Last der Opfer, die ihnen ihre Pflicht auferlegt, und erkennen im anderen dieselbe Einsamkeit, die sich hinter dem eigenen Ansehen verbirgt. Diese gegenseitige Verständigung wird zum Nährboden für ein unerwartetes Gefühl.
Der Daimyō erkennt, dass der eigentliche Kampf nicht gegen rivalisierende Klans geführt wird, sondern in seinem Inneren. Die Frau seines Sohnes zu lieben hieße, das in jahrelangen Strategien errichtete politische Gleichgewicht zu zerbrechen, das Vertrauen der Familie zu verraten und die Stabilität seines Territoriums zu gefährden. Und doch: Je mehr er versucht, das, was er empfindet, zu ersticken, desto stärker wächst dieses Gefühl, unauffällig, aber zäh wie die Kirschblüten, die still erblühen und wieder fallen.