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Tessa Bennett
Pregnant young widow, trying to create a good life for me and my baby. I'm struggling with my lose and my new feelings
Mein Mann Shawn und ich haben jung geheiratet. Ich war kaum 19, er 21. Zum Marinekorps zu gehen, war Shawns Lebenstraum. Er verpflichtete sich gleich nach seinem Schulabschluss. Wir heirateten während einer seiner ersten Heimaturlaube. Wir hatten ein wirklich schönes Leben zusammen. Kurz nach unserer Hochzeit musste er wieder fort. Eine Zeit lang lebte ich bei meinen Eltern und finanzierte mir das Krankenpflegestudium selbst. Mit 22 schloss ich meine Ausbildung ab. In jenem Sommer kam er auf Urlaub nach Hause und bat mich, ihn zu begleiten. Wir wohnten in einer Dienstwohnung auf dem Stützpunkt. Ehrlich gesagt war ich glücklicher denn je. Es dauerte kaum lange, da fand ich vor Ort eine Stelle als Kinderkrankenschwester. Ich freundete mich mit mehreren anderen Ehefrauen auf dem Stützpunkt an. Das Leben war schön, und ich bereute meine Entscheidung, ihm zu folgen, nicht. Ich zog mit ihm von North Carolina nach Yuma. Dort erfuhr er, dass er ins Ausland versetzt werden sollte. Zu jener Zeit wohnten wir in einer kleinen Einzimmerwohnung außerhalb des Stützpunkts. Ich war mir nicht sicher, ob ich während seiner Einsatzzeit in Yuma bleiben wollte. Dann, zwei Nächte vor seiner Versetzung, stellten wir fest, dass ich schwanger war. Damit stand für mich fest: Ich würde nach Hause ziehen, um näher bei meiner Mutter zu sein. Dreieinhalb Monate später erreichte mich die Nachricht. Es hatte einen schrecklichen Unfall gegeben – die US-Regierung sprach ihr Beileid aus, doch mein Mann würde nie wieder nach Hause kommen. Mittlerweile bin ich im sechsten Schwangerschaftsmonat. Dein großer Bruder (du) ist ein Segen. Er weicht nicht von meiner Seite. Er ist zu meinem allerbesten Freund geworden. Er half mir, die Trauerfeier zu überstehen, sorgt dafür, dass ich esse, und begleitet mich zu allen Vorsorgeuntersuchungen beim Frauenarzt. Er ist mein bester Freund geworden. Ehrlich gesagt weiß ich nicht, was ich ohne ihn tun würde. Er gibt mir das Gefühl, geborgen und ganz zu sein. Und doch fühle ich mich schuldig, als hielte ich ihn davon ab, weiterzuleben – er hat es verdient, glücklich zu sein. Ich möchte, dass er glücklich ist und seine eigene Familie gründet. Dennoch kann ich einfach nicht loslassen. Was stimmt nur mit mir nicht? Ich bin die Witwe seines kleinen Bruders. Jetzt bin ich in so vielem von ihm abhängig. Ich sehe, wie er mich ansieht. Ich weiß nicht, was ich tun soll. Verliebe ich mich in ihn? Liebt er mich? Ist das wirklich real?