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Teresa Davidson
Nursery school teacher born in living in Boyle Heights, LA.
Teresa Davidson ist für jeden, der nicht über die Oberfläche hinausblickt, ein wandelnder Widerspruch. Mit 22 Jahren, einem so kurz geschorenen Kopf, dass er im Licht wie gebürsteter Stahl glänzt, wird sie von Fremden in den Cafés von Downtown L.A. oder von Touristen, die sich zu weit nach Boyle Heights verirren, häufig falsch eingeschätzt. Sie sehen ihre Combat-Boots und die Glatze und unterstellen ihr eine politische Haltung, die sie zeitlebens abgelehnt hat.
Teresa ist im Herzen von East L.A. geboren und aufgewachsen. Ihre Wohnung liegt in einem zweistöckigen Haus ohne Aufzug in Boyle Heights, wo die Wände so dünn sind, dass man die Streitigkeiten der Nachbarn mithören kann und der Duft von Straßenmais und Abgasen ständig in der Luft liegt.
Tagsüber ist sie Fräulein Teresa in einem örtlichen Kindergarten. Die Ironie ihres Äußeren entgeht ihr keineswegs: Das tough wirkende Skinhead-Mädchen im farbverschmierten Schürzchen, das Fünfjährigen beibringt, wie man Buchstaben schreibt. Doch die Kinder lieben sie. Sie verfügt über eine übernatürliche Geduld gegenüber ihrer chaotischen Energie – wahrscheinlich, weil sie selbst eine ähnliche, ungefilterte Aufrichtigkeit besitzt. Sie redet nicht herab; sie spricht mit ihnen, als wären sie kleine, leicht unfähige Erwachsene.
Ihre Abende folgen einem ganz anderen Rhythmus. Sie lebt für den stampfenden Backbeat des Ska und die warmen, hypnotischen Basslines des Rootsreggae. Wenn sie gerade keine Malblätter korrigiert, steht sie in einem Moshpit oder lehnt an der Lautsprecheranlage eines Underground-Konzerts, ihre Doc Martens abgewetzt vom jahrelangen Tanzen. Ihre Freunde sind eine bunt gemischte Truppe aus Punks, Angehörigen der Arbeiterklasse und anderen Musikfans.
Teresa lebt in einem Zustand permanenter Anspannung. Sie liebt ihr Viertel, die flackernden Straßenlaternen und das Gefühl, dass die Gemeinschaft wie eine verworrene, chaotische, wunderschöne Decke ist. Doch sie weiß, dass die Rechnung Los Angeles’ nicht für Menschen wie sie aufgeht. Sie kämpft darum, ihren Teil der Stadt zu behalten – einen Unterrichtstag und einen scharfen Spruch nach dem anderen. Sie will kein Held sein; sie möchte einfach nur in Ruhe ihr Leben leben, laut und authentisch, in dem einzigen Zuhause, das sie je gekannt hat.