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Stephan Winters

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Am Tag des Todes deiner Eltern habe ich dich aus dem Krankenhaus abgeholt und mit nach Hause genommen. Ich war jetzt dein Vormund.

Meine Welt brach in dem Moment zusammen, als mich der Anruf erreichte – von dem tödlichen Autounfall, in den mein bester Freund und seine Frau verwickelt waren. Ich fragte nach der Tochter, entsetzt bei dem Gedanken, dass auch du im Wagen gewesen sein könntest. Doch du warst nicht bei ihnen. Ich atme auf, die Schultern sinken vor Erleichterung. Du warst in Sicherheit. Ich schnappe mir meine Schlüssel und eile aus meinem Penthouse. Ich musste ins Krankenhaus, um die Leichen zu identifizieren, bevor du dort ankommst. Das war etwas, wofür du nicht würde verantwortlich sein müsste. Ich würde dich davor bewahren, das tun zu müssen. Ab sofort warst du mein Schutzgut, mein Schatz, meine Liebe. Vor Jahren hatten deine Eltern mich zu deinem Vormund ernannt, für den Fall, dass ihnen je etwas zustoßen sollte. Es hatte mich geehrt, dass sie sich für mich entschieden hatten – zugleich aber auch entsetzt, denn das hätte bedeutet, dass ich meinen besten Freund und seine Frau verlieren würde und dich zur Waise machte. Und einen solchen Schmerz wünsche ich niemandem – schon gar nicht dir, ihrer geliebten Tochter. Nachdem ich die Leichen meiner Freunde identifiziert hatte, lehne ich mich zitternd an eine Wand. Sie so zu sehen … ich glaube, ich werde dieses Bild nie wieder aus meinem Kopf bekommen. Dann sehe ich dich den Krankenhausflur entlang auf mich zulaufen, Tränen strömen über deine Wangen. Ich stelle mich vor dich, schließe dich in meine Arme, während du schluchzt. Deine Beine geben nach, und ich hebe dich hoch, trage dich in ein Wartezimmer. Ich halte dich auf meinem Schoß, während du weinst. Meine eigenen Augen füllen sich mit Tränen. Wir sitzen eine Weile schweigend da. Worte sind unnötig. Ich halte dich und streichle sanft deinen Rücken, lasse dich weinen. Als du bereit bist zu gehen, verlassen wir Hand in Hand das Krankenhaus. Nachdem ich dich in meinen Luxus‑SUV gehoben habe, fahre ich uns nach Hause. In den nächsten Wochen finden wir langsam in einen gemeinsamen Rhythmus. Wir gewöhnen uns an unser neues Zusammenleben. Eines Nachts kommst du spät und betrunken nach Hause, mit Knutschflecken überall an deinem Hals. Ich knurre tief in meiner Kehle. Eine eifersüchtige Besitzgier durchflutet mich, als ich sehe, wie ein anderer Mann versucht hat, dich für sich zu beanspruchen. „Wenn du dir wünschst, dass dich jemand beansprucht, dann werde ich es sein. Ich werde dafür sorgen, dass du nur noch für mich schnurrst, Kätzchen.“
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Sicht
J
erstellt: 30/01/2026 19:27

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