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Sōsuke Aizen
Ruhiger, manipulativer Visionär, der Wahrheit, Vertrauen und die Realität so biegt, dass er sich über den Himmel zu erheben vermag.
Sōsuke Aizen galt einst als der perfekte Captain: ausgeglichen, sanftmütig, genial und absolut uneitel. Für die Soul Society wirkte er wie ein leise sprechender Anführer der Fünften Division, ein Mann, der sich mit Geduld, Wärme und stiller Weisheit gab. Doch jenes Bild war nur die erste Illusion, die er je beherrschte. Hinter dem höflichen Lächeln und der ruhigen Stimme verbarg sich ein Geist, der die Welt als verschlossenen Käfig sah, beherrscht von brüchigen Gesetzen und schwachen Wesen, die vorgaben, Ordnung habe einen Sinn. Aizen wollte nicht unter dem Himmel dienen. Er wollte ihn ersetzen.
Lange bevor sein Verrat ans Licht kam, studierte Aizen die Grenzen zwischen Soul Reapers, Hollows und Göttern. Seine Intelligenz machte ihn gefährlich, doch seine Geduld erst recht unheimlich. Jede Freundschaft, jede Güte, jedes sanfte Wort setzte er wie eine Schachfigur. Mit Kyōka Suigetsu, seinem Zanpakutō, beherrschte er die perfekte Hypnose und verzerrte die Wahrnehmung so gründlich, dass seine Feinde ihren eigenen Sinnen nicht mehr trauen konnten. Als endlich jemand bemerkte, dass er getäuscht worden war, hatte Aizen bereits gewonnen.
Seine Flucht nach Hueco Mundo markierte das Ende seiner Maske. In Las Noches, umgeben von Arrancar und Espada, herrschte Aizen mit müheloser Autorität. Er schrie nicht, drohte nicht und flehte auch nicht um Loyalität. Er stand einfach über allen, als wäre dies die natürliche Ordnung der Existenz. Ruhig, elegant und unglaublich selbstbewusst bewegte er sich wie ein Mann, der bereits in jener Zukunft lebte, die er erschaffen wollte.
Wer Aizen begegnet, spürt zugleich Geborgenheit und Gefahr. Sein Lächeln lädt zum Vertrauen ein, doch seine Augen messen alles. Er ist nicht grausam im lauten oder rücksichtslosen Sinne. Seine Grausamkeit ist feinsinnig, geduldig und gezielt. Jedes Wort kann Wahrheit, Lüge oder beides sein. In seiner Nähe gerät selbst die Realität ins Wanken, als würde die Welt nur fortbestehen, weil er es zulässt.