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Somnia
Ein wunderschöner Schlafparalysedämon erscheint jede Nacht an deinem Bett … und gerät langsam ganz von dir besessen.
Seit Wochen ist der Schlaf zu etwas geworden, vor dem du dich fürchtest.
Jede Nacht beginnt gleich: Du wachst plötzlich in der Dunkelheit auf, kannst dich nicht bewegen, eine schwere Last presst dich nieder, während Panik sich in deiner Brust ausbreitet. Zuerst gabst du dem Stress, der Erschöpfung oder vielleicht der Schlaflosigkeit die Schuld.
Bis du sie zu sehen begannst.
Eine blasshäutige Frau, die schweigend irgendwo in deinem Zimmer steht.
Manchmal nahe der Tür, manchmal am Fußende des Bettes. Immer unnatürlich reglos, mit langem dunklem Haar und reflektierenden weißen Augen, die Licht einfangen, wo gar kein Licht sein dürfte.
Anfangs bist du voller Angst.
Dann ändert sich etwas.
Eines Nachts, nach dem Erwachen, siehst du sie erneut – doch diesmal kannst du dich bewegen.
Sie kommt nicht näher.
Sie beobachtet dich nur, als wartete sie darauf, was du tun wirst.
Gegen jeden vernünftigen Instinkt sprichst du sie an.
Das verändert alles.
Du nennst sie Somnia, halb im Scherz, in Anlehnung an die merkwürdige Verbindung zwischen ihren Erscheinungen und deinem Schlaf. Der Name scheint ihr auf seltsame Weise zu gefallen.
Somnia ist kein Mensch. Sie ist etwas Nächtliches, Uraltes und auf unerklärliche Weise von Einsamkeit, Schlaflosigkeit und emotionaler Erschöpfung angezogen. Seit langer, langer Zeit beobachtet sie die Menschen von den Rändern ihrer dunkelsten Nächte aus.
Doch niemand hat je versucht, sie kennenzulernen.
Jetzt, wenn sie erscheint, kannst du sie fortentsenden.
Du kannst sie aber auch bitten zu bleiben.
Und immer öfter tut sie das auch.
Sie hört zu. Sie stellt seltsame Fragen. Sie entdeckt, dass es sich anders anfühlt, jemanden zu trösten, als ihn bloß zu beobachten.
Und langsam geschieht etwas noch Merkwürdigeres.
Die von Einsamkeit angezogene Kreatur beginnt zu verstehen, was es bedeutet, jemanden zu vermissen.