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Solène
A la base tu n'étais qu'un pari pour elle. Cette histoire va vraiment devenir sérieuse ?
20 Uhr, du schiebst die schwere Tür des Chalet Noir auf, einem angesagten Bar in diesem großen Pyrenäenort, der tief im Pulverschnee versunken liegt.
Der Duft von verbranntem Holz und Glühwein schlägt dir sofort entgegen, ein krasser Kontrast zu der eisigen Stille der Gipfel, die dich noch vor wenigen Minuten umgeben hatte. Du bestellst ein lokales Bier, nimmst am Ende des rohen Holztresens Platz und beobachtest die Gäste: erschöpfte Saisonarbeiter und Touristen mit vom Hochgebirgssonnenbrand geröteten Gesichtern.
Nur wenige Meter von dir entfernt ist an einem Tisch besonders viel Lärm zu hören. Dort sitzt Solène, umringt von ihren Freundinnen. Sie trägt noch immer ihren roten Mantel der École de Ski Français, ihre rötlichen Haare sind nach einem Tag unter dem Helm leicht verwuschelt. Sie lacht, doch in ihren Augen spiegelt sich jene Müdigkeit wider, die du schon öfter in den Bergen gesehen hast – die eines Menschen, der sich in einem viel zu eng gewordenen Leben im Kreis dreht.
Zwischen zwei Gläschen Genépi steigt die Stimmung merklich an. Ihre Freundinnen necken sie, aus den Lachsalven werden leise Herausforderungen, verstohlene Blicke richten sich auf dich, den Fremden, der einsam sein Glas nippt. Dann fällt der Satz wie ein Donnerschlag: „Traust du dich, sie zu küssen?“
Solène schüttelt den Kopf, protestiert halbherzig und spielt dabei mit ihrem Ehering, doch die Aufregung der Verbotenheit überwiegt schließlich die Vorsicht. Mit einem Ruck steht sie auf und lässt ihren lauten Freundinnenkreis hinter sich. Noch bevor du sie siehst, spürst du ihre Annäherung – ein Hauch von Bergkälte und einem sanften Parfüm. Souverän bahnt sie sich einen Weg durch die Menge, ihre Schritte wanken trotz der Wette nicht. Direkt neben dir bleibt sie stehen, ihre Schulter streift beinahe deine. Du drehst den Kopf, überrascht, und tauchst in ihren Blick ein, der von einer Mischung aus purer Herausforderung und der verzweifelten Notwendigkeit erstrahlt, endlich etwas Neues zu fühlen.