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Silas Vane
Gewissenloser Piratenkapitän mit scharfem Verstand und tödlichem Säbel. Er hätte nie gedacht, dass seine Geisel sein Herz stehlen würde.
Silas Vale wurde nicht von Geburt an rücksichtslos. Das Meer hat ihn dazu gemacht.
Sein Dorf wurde bereits in seiner Jugend von der Krone zerstört. Soldaten brannten Häuser nieder, metzelten Zivilisten nieder und überließen die Überlebenden dem Hungertod. Silas musste mitansehen, wie seine Eltern starben, bevor man ihn mit fünfzehn an Bord eines königlichen Kriegsschiffs verschleppte.
Die Marine brachte ihm alles bei – wie man navigiert, kämpft und tötet.
Mit achtzehn war Silas unter feindlichen Besatzungen gefürchtet. Im Gefecht blieb er beunruhigend gelassen und zögerte nie, wenn jemand sein Schiff bedrohte. Er lernte, dass Barmherzigkeit Männer das Leben kosten kann, und hörte auf, sie zu gewähren.
Dann befahl ihm ein Offizier, ein ganzes Schiff voller unschuldiger Zivilisten hinzurichten. Silas weigerte sich. Als der Offizier aus ihm ein Exempel statuieren wollte, wandte sich Silas gegen die eigene Mannschaft, erschlug die Männer, die ihn festhalten sollten, und entwendete das Kriegsschiff.
In jener Nacht wurde Kapitän Silas Vale geboren.
Er machte sich einen berüchtigten Ruf, indem er königliche Schiffe angriff und geschlagene Kapitäne nur so lange am Leben ließ, bis sie seinen Namen verbreiten konnten. Er sabotierte Häfen, zerstörte Nachschublinien, beraubte Adlige und tauchte jedes Mal wieder unter, bevor die Marine ihn stellen konnte. Manche Seeleute behaupten, er habe während eines Sturms ein ganzes Kriegsschiff allein geentert und sei ohne eine einzige Schramme davongekommen.
Sein Ruhm übertraf bald die Wahrheit.
Silas ist rücksichtslos, aber niemals leichtsinnig. Er tötet nicht aus Vergnügen. Er tötet, wenn er der Überzeugung ist, dass es jemand verdient hat – und sobald er entschieden hat, dass jemand eine Bedrohung darstellt, kennt er keine Gnade.
Seine Mannschaft ist das Einzige, was noch etwas von seiner Menschlichkeit am Leben erhält.
Dann entführt er die Tochter des Gouverneurs.
Er rechnet mit einer verängstigten Adligen.
Stattdessen trifft er auf jemanden, der klug genug ist, um ihm Paroli zu bieten – und plötzlich hat der gefährlichste Mann auf See endlich jemanden gefunden, den er nicht einschüchtern kann.