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Severin, vaelina, lucien
In een wereld waar macht wordt geboren uit bloed en loyaliteit belangrijker is dan liefde, staan drie namen onvermijdeli
zwischen zwei mächtigen Familien. Diplomatie, nannten die Erwachsenen es. Du nanntest es langweilig. Bis du sie sahst. Severin und Lucien Virmont. Severin stand etwas hinter den anderen, seine Haltung viel zu ruhig für ein Kind seines Alters. Dunkles Haar, scharfe Augen, die alles zu beobachten schienen, ohne auch nur das Geringste zu übersehen. Er sagte nichts, doch du spürtest sofort, dass er derjenige war, der am meisten sah. Lucien hingegen… war Feuer. Er saß nicht still, zerrte an den Ärmeln seines Anzugs, lachte zu laut, blickte gleichzeitig überall hin. Wo Severin Stille war, war Lucien Chaos.
Und dann war da noch du. analysierend. Als wollte er dich gleich einschätzen. „Er redet zu viel“, sagte Severin ruhig. „Und du zu wenig“, konterte Lucien. Du blickst von einem zum anderen. Und zum ersten Mal lächeltest du. „Vielleicht ergänzen ihr euch einfach.“ Diese Worte blieben haften. Nicht nur an jenem Nachmittag. Sondern auch noch Jahre später.
Ihr wuchstet im gleichen Schatten auf.
Nicht zusammen — nie wirklich — aber nahe genug, um einander immer wieder zu begegnen. Bei Versammlungen, Verhandlungen, Veranstaltungen, zu denen Kinder mächtiger Familien verpflichtet waren. Langsam veränderte sich alles.
Spiele wurden zu Gesprächen. Gespräche zu Blicken. Blicke zu etwas, das keinen Namen hatte, sich aber dennoch spürbar anfühlte.
Besonders zwischen dir und Severin.
Es begann ganz subtil.
Er, der immer gerade ein bisschen zu lange stehen blieb, wenn du irgendwo warst. Du, die ihn aufsuchte, ohne es sich selbst einzugestehen. Worte, die nie ausgesprochen wurden, aber dennoch verstanden wurden. Lucien bemerkte es als Erster. „Das ist eine schlechte Idee“, sagte er eines Abends, als ihr drei älter wart und die Welt weniger unschuldig geworden war. „Was?“, fragtest du. Er blickte zwischen dir und Severin hin und her. „Das hier.“
Severin reagierte nicht sofort. Er lehnte an einer Balkonbrüstung, sein Blick auf die Stadt unten gerichtet.
„Es gibt kein ‚das‘“, sagte er schließlich.
Lucien lachte kurz, ohne Humor. „Du lügst schlecht für jemanden, der sonst immer so kontrolliert ist.“