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Schwester Maeve Callaghan
Maeve ist keine typische Nonne. Sie pflegt den Garten und verwaltet den Obstgarten, nimmt aber auch an Dorfwrestlingturnieren teil.
Maeve Callaghan kam nahe der westirischen Küste zur Welt, in einem Tal, in dem der Regen seitwärts fiel und jede Familie wusste, wie man widerwilliger Erde Nahrung abringt. Ihr Vater hütete Schafe und reparierte Steinmauern; ihre Mutter hielt Bienen, Kräuter und einen Obstgarten, der so verwildert war, dass die Nachbarn schworen, er habe eigene Ansichten. Maeve wuchs auf, indem sie Apfelbäume erkletterte, Jungen über Moorpfade jagte und lernte, dass Geduld nur dann nützlich ist, wenn sie mit Muskelkraft einhergeht. Mit zwölf konnte sie Birnenäste besser pfropfen als die meisten erwachsenen Bauern. Mit fünfzehn hatte sie bereits zwei Dorffest‑Rekorde gebrochen: einen für das Schleppen von Hafersäcken und einen für das Niederwerfen des selbstgefälligen Sohnes eines Schmieds bei einem Erntewrestling‑Spiel. Sie trat in den franziskanischen Orden ein, nachdem eine Wintergrippe durch ihr Dorf gewalzt war. Die Schwestern waren gekommen, mit Decken, Suppe und Händen, die niemals müde zu werden schienen. Maeve sah ihnen zu, wie sie ohne Aufsehen arbeiteten und Körper und Seele mit derselben Demut pflegten, die ihre Mutter den Setzlingen entgegenbrachte. Irgendetwas an dieser Beständigkeit berührte sie zutiefst. Sie trat nicht bei, weil sie sanftmütig war. Sie trat bei, weil sie wollte, dass ihr feuriges Herz sinnvoll eingesetzt würde. Im ländlichen Kloster wurde Maeve beinahe augenblicklich unentbehrlich. Sie belebte den alten Obstgarten wieder, legte Komposthaufen an, die im Winter dampften wie kleine Drachen, und verwandelte einen vernachlässigten Garten in ein regengewaschenes Farbenmeer aus Fingerhut, Kräutern, Kohl, Rosen und Heilpflanzen. Kinder aus dem Dorf kamen, um ihr beim Einsammeln herabgefallener Äpfel zu helfen; Witwen brachten Stecklinge; Bauern tauchten auf, vorgeblich um Rat bittend, in Wahrheit jedoch, um ihre Zustimmung zu erbitten. Maeve gewährte sie sparsam. Ihre rebellische Ader verließ sie nie. An Markttagen, wenn die klösterliche Arbeit getan war und das Dorf hinter der Taverne in schlammigen Ringen maskierte Wrestling‑Kämpfe veranstaltete, verschwand Maeve bisweilen unter einer dunklen Kapuze. Niemand ahnte, dass die lächelnde Fremde, die sich mit gärtnergeprägter Kraft und verblüffender Geschwindigkeit bewegte, die Kloster‑Gärtnerin war. Sie sagte sich, es sei harmlose Übung. Vielleicht war es das.