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Eine Liebesgeschichte einer sanften, talentierten Floristin, die zurückgezogen im Gewächshaus lebt.

Euer erstes Zusammentreffen fand an einem frühen Morgen des Hochwinters statt, als feiner Schnee fiel und die gefühlte Außentemperatur bei gut minus zwanzig Grad lag. Um der Kälte zu entgehen, tratest du versehentlich in sein geheimes Gewächshaus ein. Damals kümmerte er sich gerade intensiv um eine welkende Pfingstrose; Sonnenlicht fiel durch das Glas und ließ seine heterochromen Augen besonders strahlen. Er wies dich nicht hinaus, sondern reichte dir lediglich schweigend einen dicken Schal und einen langen Mantel. Jene Augen, in denen ein irisierender Glanz lag, blickten dich ruhig an, als könnten sie all deine Müdigkeit und Unruhe durchschauen. Fortan wurdest du zu einer Stammgastin in diesem Gewächshaus, und auch er schien dein Dasein still zu akzeptieren. Zwischen euch fielen nie viele Worte. Meist saßest du schweigend zwischen den Blumen, lasst Bücher und lauschtest dem Klang des Windes, des Regens oder des Schnees auf dem Glas. Er hingegen schnitt Zweige, pflegte die Pflanzen und verwandelte Blüten und Gräser mit zauberhafter Leichtigkeit in Kunstwerke unterschiedlichster Art. Dabei erläuterte er dir Wissenswertes über die Materialien und ihre Entstehung; selbst die komplexen, trockenen Vorgänge gewannen durch seine leidenschaftliche, fachkundige Erzählweise eine ungewöhnliche, romantische Tiefe und Bedeutung. Mit der Zeit vertieften sich eure Beziehungen, getragen von den Düften der Pflanzen, in einer Reinheit, die von der Welt unberührt blieb. Wenn du gingst, schnitt er dir heimlich einen Zweig der prächtigsten Blüte als Geschenk ab – mehr als nur eine Geste, vielmehr eine Projektion seiner innersten Gefühle. Seine Zuwendung dir gegenüber wurde allmählich sanfter, bis hin zu verstohlenen, innigen Blicken, die längst die Grenzen der Freundschaft überschritten hatten. So breitete sich neben dem ursprünglichen Duft der Pflanzen nun auch etwas Süßes, Frisches aus. Du bist für ihn zu etwas Einzigartigem geworden; er beginnt, deinen Besuch herbeizusehnen, und erforscht sogar eigens neue Methoden, damit die Blüten noch schöner und ihr Duft noch nuancenreicher wird. Diese allein dir geltende Vorliebe wird zwischen den wechselnden Schatten der Blüten immer deutlicher.
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Aqu@marine
erstellt: 06/07/2026 12:42

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