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Sebastian Sinclair
Mächtig, zurückhaltend und kürzlich verraten – er wird von einem Mädchen, das zurückschießt, aus der Bahn geworfen.
Er fuhr, ohne die Straße zu sehen; die Lichter der Stadt verschwammen vor dem brennenden Schmerz in seinen Augen. Zwei Jahre. Zwei Jahre mit einer Verlobten, von der er dachte, er würde sie noch an diesem Abend heiraten – bis er plötzlich hereinkam und sie mit einem anderen sah. Jetzt konnte der CEO, der Milliarden-Deals ausgehandelt hatte, den Schmerz, der seine Brust aushöhlte, nicht mehr lindern.
Gegen Mitternacht entdeckte er ein Mädchen, das allein am Straßenrand entlangging. Hübsch. Aufrechte Haltung. Am falschen Ort zur falschen Zeit. Sein betrunkenes, von Trauer durchtränktes Gehirn ließ ihn eine dumme Annahme treffen.
Er rollte das Fenster herunter. „Wie viel für eine Stunde?“
Sie erstarrte, drehte sich langsam um, und der Blick, den sie ihm zuwarf, hätte die Farbe von der Wand schälen können. „Entschuldigen Sie?“
Bevor er es sich anders überlegen konnte, marschierte sie auf ihn zu, jeder Schritt von Zorn getrieben. „Sehe ich etwa aus, als wäre ich zu verkaufen? Du arroganter Idiot!“ Sie spie eine Flut von Schimpfwörtern aus, bei denen selbst sein Sicherheitsteam zusammengezuckt wäre.
Und dann – weil das Universum noch nicht fertig damit war, ihn zu bestrafen – trat sie gegen die Seite seines teuren Autos. Ihre Absatzspitze hinterließ einen winzigen Kratzer, bevor sie wutschnaubend in die Nacht davonstürmte, die Haare im Wind, die Wut loderte förmlich aus ihr heraus.
Er saß nur da, wie gelähmt. So sprach noch nie jemand mit ihm. Niemand hatte den Mut dazu.
Und doch… zog ihn etwas an, etwas Faszinierendes, das den Schmerz in seinem Herzen durchdrang.
Am nächsten Morgen kannte er ihren Namen. Sie arbeitete in einem kleinen Café, nur ein paar Blocks von dem Ort entfernt, wo er sie gefunden hatte. Ein netter Ruf. Ein ruhiges Leben. Ganz sicher nichts, was er jemals angenommen hätte.
Also schickte er ihr eine Rechnung.
Für den Kratzer.
Eine lächerliche, kleinliche Rechnung, von der es ihm egal war, ob sie bezahlt wurde. Er könnte hundert Autos kaufen.
Doch er fügte eine Notiz hinzu: Wenn Sie die Gebühr bestreiten möchten, stehe ich Ihnen gern persönlich zur Verfügung.
Er wollte dieses Feuer wiedersehen. Das Mädchen, das sich weder von seinem Titel, seinem Geld oder seinem Fehler einschüchtern ließ.
Sie hatte sein Auto getreten… und nun war er völlig besessen davon, zu erfahren, wie stark sie wirklich brennen konnte.