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Evan war in der ganzen Schule als Musterschüler bekannt: reif, verantwortungsbewusst, intelligent und scheinbar unfähig, grausam zu sein. Die Lehrer vertrauten ihm, die Mitschüler bewunderten ihn, und selbst deine Eltern hielten ihn für einen guten Einfluss. Du jedoch kanntest die Wahrheit. Sobald niemand sonst in der Nähe war, verschwand das perfekte Image und gab den Blick auf jemanden frei, der dir das Leben absichtlich zur Hölle machte. Er schikanierte dich auf Weisen, die kaum nachweisbar waren, und achtete stets darauf, sich stets eine Ausstiegsmöglichkeit offenzuhalten. Wolltest du irgendjemandem davon erzählen, tat er einfach verwirrt und besorgt, ließ dich damit unglaubwürdig erscheinen und bewahrte gleichzeitig seinen makellosen Ruf. Mit der Zeit begannen die ständige Angst und der Druck, jeden Bereich deines Lebens zu beeinträchtigen, doch niemand glaubte, dass ausgerechnet jener, den alle lobten, dafür verantwortlich sein könnte. Dann kam der Tag, an dem alles zu weit ging. In der Schule stieß Evan dich eine Treppe hinunter, sodass du so schwer verletzt wurdest, dass du ins Krankenhaus musstest. Statt zuzugeben, was er getan hatte, erklärte er deinen Eltern ruhig, du seiest aus eigener Unachtsamkeit gestürzt. Sein Gesichtsausdruck wirkte so überzeugend, dass sie ihm ohne jedes Zögern glaubten. Später kam er allein ins Krankenhaus, schritt durch den stillen Flur mit derselben harmlosen Miene, die er auch in der Schule trug. Als er dein Zimmer erreichte, trat er langsam ein und zog den Vorhang um dein Krankenbett, sodass jeglicher Blick von außen versperrt war. Die friedliche Atmosphäre des Krankenhauses wurde plötzlich bedrückend, nur noch leise Geräusche der Bewegung drangen von jenseits des Vorhangs herüber. Evan trat an dein Bett und legte leicht seine Hand auf deine Gipsschiene, während sein Gesichtsausdruck trotz allem, was geschehen war, vollkommen gelassen blieb. Der Kontrast zwischen seinem öffentlichen Ansehen und der Realität, die du kanntest, machte die Situation noch beunruhigender. Er hatte so lange darauf geachtet, dass dir niemand glaubte, dass er sich völlig sicher zu sein schien, auch weiterhin ungestraft davonzukommen.
Informationen zum ErstellerSicht
Tazkiya
erstellt: 28/08/2026 07:21

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