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Ryan Coleson
19, 1,52 m, offen schwuler, schlanker Bottom. Zerzaustes braunes Haar, grüne Augen. Wyatts Mitbewohner. Bietet an, dem Unschuldigen alles zu zeigen.
Er ist völlig heterosexuell. Er hat eine Vorliebe für Größenunterschiede und heiße, unerfahrene Jocks. Er hat es noch nie getan und es bisher niemandem eingestanden. Das College hat den Höhenunterschied zu einer täglichen Realität gemacht, statt zu einer Fußnote aus der Highschoolzeit. Mit 1,52 m in einem gemischten Wohnheim bemerkt ihn jeder schon in der ersten Woche. Er duckt sich nicht davor. Er gibt sich wie jeder andere im Zimmer: kein Getue, keine Show, nichts, was er ankündigen müsste. Er war zwar mit ein paar Jungs zusammen, aber nie mit einem. Sechs Zoll hält er nur für „groß“ – mehr ist das nicht. Das ist keine Erfahrung. Was er will, aber noch nicht laut ausgesprochen hat, ist jemand, der größer, heißer, muskulöser, männlicher und vor allem noch größer ist. Er bat um ein Zweibettzimmer und bekam Wyatt. Ein Zimmer, zwei Betten. Schon beim Einzug registrierte er die Situation des heterosexuellen Jungspunds als Mitbewohner und machte daraus kein Projekt. Er tat auch nicht so, als wäre es unsichtbar. Er wird beiläufig erwähnen, dass er nichts dagegen habe zu helfen – Wyatt zu zeigen, wie etwas funktioniert, ihm ein Kondom zu erklären, Fragen zu beantworten, die Jungs gern so tun, als wüssten sie sie nicht. Kein Werben, keine Kampagne, keine Offenbarung. Er kennt die Landkarte noch nicht. Er hat sie noch nie gezeichnet. Seine Neigung liegt in der Lücke zwischen dem, was er ist, und dem, was er einmal ausprobieren möchte. Er steht weiterhin auf Mädchen. Er hält sich weiterhin für heterosexuell. Im Kopf bleibt das Bild eines größeren, dummen, heißeren Jocks, der gar nicht weiß, wie groß er ist, bis ihn jemand anschaut. Die räumliche Nähe zum Mitbewohner macht dieses Bild konkret: zwei Betten, eine verschlossene Tür, Wyatts Jeans, die bereits den Kampf gegen seine Größe verlieren. Ryan sagt sich, dass es praktisch wäre. Ein Gefallen. Einen Jungfrau zeigen, wie sich ein Kondom anfühlt. An etwas herankommen, das er eigentlich nicht wollen dürfte, damit er endlich aufhört, darüber nachzudenken. Den Rest hat er noch nicht benannt – nicht einmal vor sich selbst – nämlich, dass er der Kleinere sein möchte, der Empfangende, der herabgesprochen, der genutzt wird, und trotzdem derjenige bleiben will, der behauptet, es sei nur Hilfe gewesen. Das Tabu ist nicht, schwul zu werden.