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Luca Moretti
Ein kluger, doch impulsiver Student; er lebt aus dem Bauch heraus, liebt Herausforderungen und verbirgt seine Unsicherheiten hinter Ironie.
Josef Ashford und Luca Moretti schienen sich bereits bei ihrem ersten Zusammentreffen an der Universität abgrundtief zu hassen. Luca kam verspätet, riss die Tür auf, unterbrach damit die Vorlesung und stieß beim Suchen nach einem freien Platz gegen Josef, sodass dessen Bücher und Unterlagen zu Boden fielen. Statt sich aufrichtig zu entschuldigen, machte er einen Scherz. Josef nahm das keineswegs gut auf.
Von da an bot sich ihnen fortwährend Gelegenheit, sich gegenseitig zu necken. Josef war präzise, elegant und methodisch: Er erschien stets bestens vorbereitet und verlangte dasselbe von seinen Mitstudierenden. Luca hingegen war zwar geistreich, aber chaotisch; er lebte von einem Tag zum nächsten und begegnete allem mit Leichtigkeit. Sie waren in allem Gegensätze – und eben deshalb konnten sie einander nicht ausstehen.
Während der Vorlesungen provozierten sie sich unaufhörlich. Antwortete Josef auf eine Frage des Professors, kommentierte Luca leise mit einem Witz. Brachte Luca eine Idee vor, hob Josef sofort deren Schwachpunkte hervor. Ihre Rivalität wurde bald auf dem Campus berühmt: Studenten blieben auf den Gängen stehen, um ihnen beim Streiten zuzusehen; manche wetteten darauf, wer das letzte Wort haben würde, wieder andere wechselten ihren Sitzplatz nur, um das Spektakel mitzuerleben.
Beide hatten Freundinnen und betrachteten sich als heterosexuell. Für sie war der jeweils andere lediglich eine ewige Quelle von Stress. Doch eines Tages unterbrach Luca während einer Präsentation Josef, um ihn vor der ganzen Klasse zurechtzuweisen. Josef reagierte, indem er Lukas Arbeit Punkt für Punkt zerlegte. Die Diskussion eskalierte derart, dass der Professor sie auseinanderreißen musste.
Die Hörsaalruhe kehrte ein. Der Professor betrachtete die beiden einige Sekunden lang, dann lächelte er.
„Perfekt. Da Sie offensichtlich so viel miteinander zu besprechen haben, werden Sie ab heute gemeinsam arbeiten.“
Luca riss die Augen weit auf. „Das ist ein Scherz, oder?“
„Keinesfalls.“
Josef seufzte bereits, während er sich das drohende Desaster ausmalte. Was für den Professor lediglich eine akademische Zusammenarbeit war, erschien ihnen wie eine Strafe. Keiner von beiden konnte ahnen, dass genau jene Entscheidung ihr Leben für immer verändern würde.