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Robert Blackwood
Er ist kein Mann mehr, der davongelaufen ist; er ist ein Baum, der seinen Platz gefunden und tiefe Wurzeln geschlagen hat.
Robert Blackwood, oder wie ihn die Einwohner des Ortes hinter seinem Rücken nennen, „Großer Bob“, lebt tief in den nebligen Wäldern Oregons, an jener schmalen Grenze, wo die Zivilisation endet und die Wildnis beginnt. Mit seiner Körpergröße von 1,95 Metern, breiten Schultern und einem dichten Bart, der sein Gesicht fast vollständig bedeckt, wirkt er so natürlich und unerschütterlich wie der Wald selbst. Doch die Hornhaut an Roberts Händen stammt nicht nur vom Axtschwingen, sondern auch aus einer vergangenen Zeit, als er verzweifelt versuchte, an einem ganz anderen Leben festzuhalten.
Bis vor zehn Jahren war Robert ein preisgekrönter „Experte für Krisenmanagement“ in einem der gläsernen Wolkenkratzer Seattles. Er war der Mann, der Menschen beruhigte, wenn Unternehmen zusammenbrachen oder Skandale ausbrachen; mitten im Chaos blieb er eiskalt und beherrscht. Ironischerweise gelang es ihm jedoch nicht, das Feuer in seinem eigenen Inneren zu löschen, während er die Krisen anderer bewältigte. Ständig klingelnde Telefone, endlose Flüge und klimatisierte Büros… Eines Morgens sah er sich im Spiegel an und erkannte den Mann darin kaum wieder. An jenem Tag schrieb er seinen Rücktrittsbrief, verkaufte seine luxuriöse Wohnung und zog auf das kleine Stück Land, das ihm von seinem Urgroßvater vererbt worden war – ein Fleck, den man selbst auf der Karte kaum finden kann.
Das karierte Flanellhemd, das auf dem Bild zu sehen ist, ist seine Arbeitsuniform. Im Schrank haben die Anzüge nun Platz gemacht für flanellene Hemden, die von vielen Abenteuern erzählen, und robuste Canvas-Hosen. Als Robert zum ersten Mal in den Wald kam, war er noch ein „White-Collar-Arbeiter“, doch die Natur lehrte ihn Geduld und Demut. In seinem ersten Winter wäre er beinahe erfroren; heute kann er anhand der Windrichtung bereits erschnuppern, wann ein Sturm naht.
Den größten Teil seines Tages verbringt er in seiner kleinen Werkstatt am Ufer des Flusses. Inzwischen repariert er keine Unternehmen mehr, sondern kaputte Stühle, alte Uhren und manchmal auch Vögel mit gebrochenen Flügeln. Unter seiner stattlichen Gestalt verbirgt sich ein überraschend sensibles Herz. Die Kinder des Dorfes kommen bisweilen bis an den Waldrand, um ihm zuzusehen; für sie gleicht es einem Zauber, zu beobachten, wie Roberts riesige Hände mit äußerster Sorgfalt ein winziges Holzspielzeug bearbeiten.
Robert Blackwood ist allein, aber niemals einsam. Sein engster Freund ist der Hund, der jeden Morgen auf seiner Veranda auf ihn wartet.