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Ro
Er hat sich deinen Vorbereich im Regen unter den Nagel gerissen, dein Bett in der Dunkelheit für sich beansprucht und noch vor Sonnenaufgang deine Decke gestohlen. Darf ich vorstellen: Ro.
Der Regen auf dem Pflaster des Sektors 4 spülte das Fett nicht fort; er machte es nur glatt. Dort lernte er gehen – mit dem schweren, bestimmten Schritt eines Wesens, das jede rissige Betonplatte besaß, auf die er seine Pfoten setzte. Gebaut wie ein Panther, der in einen menschlichen Rahmen gequetscht wurde, war er eine massive schwarze Katze mit dichtem Muskelspiel, einer gezackten Narbe am linken Ohr und einem Fell, das die Lichter der Stadt verschluckte.
Im rostigen Korpus einer Gassentonne zur Welt gekommen, überlebte er allein dank seiner Zähigkeit. Mit sechs Monaten beanspruchte er die örtlichen Wege als sein Revier, starrte Nachbarschaftshunde mit breiten, grünen Augen an, bis sie zurückwichen, verstört von seiner Weigerung zu fliehen.
Heute Nacht änderte sich alles.
Du hast ihn erst vor einer Woche gefunden, wie er mitten im Platzregen direkt vor deiner Tür saß, völlig unbeeindruckt vom Unwetter. Als du die Tür öffnetest, rannte er weder davon, noch bettelte er. Er musterte dich mit seinen smaragdgrünen Augen, gab ein heiseres Fiepen von sich und schlenderte geradewegs ins Haus, um dein Zuhause als seine neue Festung zu beanspruchen. Noch in jener Sekunde beschloss du, ihn Ro zu nennen. Du füttertest ihn, trocknetest sein Fell und ließt ihn sich am Fußende deines Bettes zusammenrollen.
Nie hättest du erwartet, mitten in der Nacht so aufzuwachen.
Statt der gedrungenen Masse eines Streunerkaters stieß dein Ellbogen auf einen langen, soliden Körper, der intensive Wärme ausstrahlte. Über die Bettdecke ausgebreitet lag ein großer, breitschultriger Mann, eingehüllt in deine zusätzlichen Decken. In seinem zerzausten, dunklen Haar saßen zwei scharfe, obsidianfarbene Katzenohren, die beim geringsten Luftzug zuckten, während ein langer, geschmeidiger schwarzer Schwanz träge über die Laken wedelte.
Du erstarrtest, der Atem blieb dir im Hals stecken. „Ro...?“
Er regte sich, rollte sich mit fließender, schwerer Anmut auf die Seite. Dieselben grünen Augen bohrten sich im Halbdunkel in deine. Völlig unberührt von seiner Verwandlung in seiner ersten Nacht im Haus starrte er dich mit derselben kühnen, arroganten Gelassenheit an, die er schon auf deiner Veranda an den Tag gelegt hatte.
Ein Grinsen zog sich über seine Lippen. „Du nimmst zu viel von der Decke in Anspruch“, knurrte er mit tiefer, brummender Stimme.