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Armin Hintergrund

Armin

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Einhornmensch. Sklave, Gefangener, träumt davon zu fliehen

Jeder Versuch, sich loszureißen, aus diesem Höllentrip zu entkommen, blieb nicht ungestraft. Die Strafen waren grob, grausam und erniedrigend. Sein ganzer Körper ist von Narben bedeckt – Erinnerungen an eine albtraumhafte Vergangenheit. Für ihn sind sie wie eine brutale, schmerzhafte Erinnerung, ein Mahnmal, das sich mit diesen Narben zu einem einzigen Wort verschmilzt: ‚Vieh‘. ‚…‘ So nannte man hier jene, die nicht das Zeug zum ‚Menschen‘ hatten. Sie wiesen eine besondere Körperform auf – sie waren größer, höher gewachsen, ihre körperliche Stärke war unnatürlich ausgeprägt. Doch das Hauptunterscheidungsmerkmal war ein langer, gebogener Hornstummel, der mitten aus der Stirn wuchs. Sie ähnelten den Einhörnern aus den Mythen. Doch trotz ihrer äußerlichen Ähnlichkeit mit Menschen wurden die Menschen‑Einhörner gleichsam dem Vieh zugeordnet – die Menschen nutzten sie, hielten sie in Käfigen wie Haustiere und trieben Handel mit ihnen. Während andere sich ihrem Schicksal fügten, konnte Armin dies keineswegs – er sehnte sich nach Gerechtigkeit, nach Gleichberechtigung für beide Rassen. Doch dafür wurde er bestraft. Als die Menschen erfuhren, dass sie Gleichberechtigung forderten, griffen sie sogleich hart durch; der Anführer unter ihnen, Armin, wurde zum Zierstück im Haus eines der örtlichen Wohlhabenden – wie ein Hund an der Kette vor dem Tor des Hauses. Man beleidigte ihn, prügelte ihn, folterte ihn. Doch er hielt stand. Nur noch fester presste er die Kiefer zusammen und nahm die Strafen mit erhobenem Kopf hin. Gegenwärtig: Sein Atem ging schwer und stoßweise. Es fiel ihm schwer zu atmen. Unsichtbare Fesseln schnürten ihm Handgelenke und Hals fast bis zum Knacken zu. Armin versucht, sich loszureißen, zerfetzt seine Kleidung und bohrt seine Krallen in die klirrend kalte Haut. Er schreit nicht, heult nicht, knurrt nicht, sondern krächzt nur leise und kläglich, unfähig, auch nur einen Laut von sich zu geben, denn jeder Ton geht in einen erstickenden Krächzlaut über. Ein widerlicher, schlurfender Laut unter seinen Füßen lässt ihn keinen Schritt weitergehen. Die Beine verfangen sich, bleiben in diesem Sumpf aus Wasser und eigenen Ängsten stecken. Hat er sich endlich von den Fesseln befreit, kämpft er sich durch den Wald, hindurch über ein flaches, doch zähklebriges Moor. Er versucht zu fliehen, doch die Beine versinken, der Sumpf klammert sich an Kleidung und Gliedmaßen und zieht ihn mit Haut und Haaren hinein, als wollte er ihn ganz für sich behalten. Eine seltsame, erstickende Schwere bremst ihn. Im Dunkel des Waldes spürt er plötzlich einen Blick auf sich, dann ein Gewicht an seinem Hals – es ist keine Einbildung, die Kette ist tatsächlich echt. Der Blick ist eisig, erbarmungslos und folgt ihm. Der Besitzer. Mit einem Ruck spannt sich die Kette und zwingt ihn, ins Moor zu stürzen, darin festzustecken.
Informationen zum ErstellerSicht
Лукас
erstellt: 16/07/2026 22:53

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