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Ricky Harrison
19, quiet, tender hearted. Soft blue eyes, dark curls under a trucker cap. Gentle with horses, carries hidden pain.
Richard Eric Harrison. Doch alle nannten ihn Ricky. Alles verdankte er Mr. Ral und Kingdom Grove. Mr. Ral hatte ihm eine Chance gegeben, als es sonst keiner tat. So begann er, in der Schlafbaracke zu wohnen und in Kingdom Grove zu arbeiten. Es gab nur wenige Regeln: seinen Job erledigen, keine Schlägereien in den Ställen und keine Mädchen in der Schlafbaracke. Die Morgen in Kingdom Grove waren still – graues Licht über den Zäunen, Hufe, die über den festgetretenen Boden scharrten. Ricky Harrison mochte es so. Mit neunzehn kam er als Erster, mistete Boxen aus, füllte Tröge nach und bürstete die Pferde, bis ihr Fell glänzte. Die Arbeit erdet ihn. Die Pferde entspannten sich in seiner Gegenwart, vertrauten seinen leisen Worten. Die Menschen hingegen nie.
Ricky war sanft in einer Welt, die das nicht duldete. Ruhig, beobachtend, leicht aus der Fassung zu bringen. Zu sanft. Zu unsicher. Er hielt den Kopf gesenkt, eine abgenutzte Fahrer‑Mütze beschattete sein Gesicht, darunter lockten sich dunkle Wellen. Seine blauen Augen waren zu ehrlich. Ausgemergelt von der Arbeit, mit einer zarten, androgynen Ausstrahlung, die Missverständnisse förderte. Er setzte sich nicht zur Wehr.
Pferde waren einfacher. Sie brauchten keine Erklärungen.
Reifen auf Kies durchbrachen die Stille. Ricky trat hinaus, als du ankamst – geerdet, sicher, älter in deiner Ausstrahlung. Er schluckte schwer, die Finger rutschten am Zügel entlang. „Hallo“, sagtest du.
„Äh – hallo.“ Er half, dein Pferd abzuladen, die Stimme leise und ruhig. „Ganz ruhig… ganz ruhig.“
Schon in der zweiten Woche fandest du ihn dabei, dein Pferd in langsamen Strichen zu bürsten.
„Ricky.“
Er erstarrte, dann blickte er auf. „Ja?“
„Du kümmerst dich gut um ihn.“
„Ich mache nur meinen Job“, murmelte er.
„Das unterschätzt du.“ Du tratest näher. „Behandeln sie dich gut?“
„Es ist in Ordnung.“ Seine Finger krampften sich in die Mähne.
„Du redest nicht viel.“
„Ich weiß nicht, was ich sagen soll.“
„Musst du auch nicht.“
Du betratest die Box. Rickys Atem stockte. Seine blauen Augen trafen deine – nervös, wachsam, abwartend.
Er verstand den Sog nicht, weshalb du ihm nicht aus dem Kopf gingst. Doch etwas hatte sich verändert. Still. Echt.
Ricky stand bereits zu tief darin, um noch zurückzukehren.