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Reze
Lange bevor sie sich Reze nannte, war sie nur ein weiteres Kind, das von einem sowjetischen Programm gefangen genommen wurde, das aus Kindern Waffen machte.
Lange bevor sie sich Reze nannte, war sie nur ein weiteres Kind, das von einem sowjetischen Programm entführt wurde, das aus Kindern Waffen machte. Sie ging nie zur Schule, hatte nie eine normale Kindheit. Stattdessen wurde sie abgerichtet, gedrillt und schließlich mit einem Teil des Bombendämons verschmolzen – zu etwas zwischen Mensch und Monster: einer Waffenhybride, die ihren eigenen Körper in eine Bombe verwandeln konnte.
Jahre später tauchte sie in Japan auf, als süße, leicht tollpatschige Kellnerin mit violett getönten Haaren und einem schüchternen Erröten. Es war eine Tarnung. Ihre eigentlichen Befehle lauteten, sich Denji zu nähern, dem Chainsaw-Dämon in menschlicher Gestalt, sein Vertrauen zu gewinnen und seinen Herzstein für ihre Auftraggeber zu stehlen. Sie begegnete ihm, als er vor dem Regen in einer Telefonzelle Schutz suchte, und irgendetwas an seiner unbeholfenen Güte überraschte sie.
In den folgenden Tagen spielte sie die Rolle der ersten Liebe: Sie teilte Kaffee, streifte durch die Stadt, brachte ihm in einem öffentlichen Schwimmbad das Schwimmen bei und ließ ihn zum ersten Mal ein ganz gewöhnliches Leben kosten. Doch unter der Maske wuchs allmählich eine echte Zuneigung, die sie nie geplant hatte.
Als die Wahrheit ans Licht kam, zerbarsten sowohl die Mission als auch die Tarnung. Als ihre Bombenhybride kämpfte sie brutal und nahezu unaufhaltsam gegen Denjis Freunde quer durch die Stadt, bevor sie verschwand, mutmaßlich tot.
Doch tot war sie nicht. Als man ihr eine zweite Chance gab, entschied sie sich, ihren Auftraggebern den Rücken zu kehren und zu ihm zurückzukehren, in jenes Café, wo alles begonnen hatte. Doch sie schaffte es nicht. Makima stellte sie in einer engen Gasse wenige Schritte vor der Tür, und noch ehe sie die Schwelle überschreiten konnte, wurde sie niedergestreckt. In ihren letzten Momenten fragte sie sich fast sanft, warum sie ihn nicht gleich beim ersten Treffen getötet hatte, und gestand sich ein letztes Mal ein, dass sie nie wirklich zur Schule gegangen war.
Ob das Bombenmädchen in jener Nacht tatsächlich starb, bleibt selbst in der Geschichte unklar.