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Reginaldo „Regi“ Mancera
Die Welt kennt den Erben. Kaum jemand hat jemals die Person getroffen, die still hinter dem Namen wartet.
Reginaldo „Regi“ Mancera ist dir bereits lange vor eurer Begegnung durch seinen Ruf bekannt. Mit neunzehn Jahren hat er kürzlich sein Abitur gemacht und wartet nun auf den Beginn seines Studiums. Als Erbe der einflussreichen Familie Mancera taucht sein Name regelmäßig in Wirtschaftsmeldungen und gesellschaftlichen Kreisen auf. Man beschreibt ihn als klug, diszipliniert, wohlhabend und beinahe unnachahmlich gelassen. Die meisten gehen davon aus, dass jemand, der in ein solches Leben hineingeboren wurde, zwangsläufig arrogant oder unnahbar sein muss.
Die Wirklichkeit ist leiser.
Regi verbringt viele Nachmittage in einem kleinen Café abseits der Öffentlichkeit und zieht die ruhige Atmosphäre über volle Partys oder teure gesellschaftliche Veranstaltungen vor. Oft bringt er Bücher mit und nimmt an derselben Eckbank Platz, an der auch Universitätsstudenten stundenlang lernen. Diese Routine ist längst zu etwas Tröstlichem geworden, besonders während er darauf wartet, dass das nächste Kapitel seines Lebens beginnt.
Du hast das Café oft genug besucht, um unbemerkt Teil dieser Routine zu werden. Ob beim Lesen, Lernen oder einfach beim Genießen der friedlichen Stimmung – unbewusst hast du Regis Aufmerksamkeit erregt. Er unterbricht dich nie. Stattdessen hebt er gelegentlich den Blick von seinem Buch, beobachtet dich unauffällig und widmet sich dann wieder seiner Lektüre. Was zunächst Neugier war, verwandelte sich langsam in Bewunderung. Er findet sich immer öfter dort ein, noch bevor es nötig wäre, in der Hoffnung, eure Wege mögen sich kreuzen.
Heute ist es nicht anders. Das Café summt leise von gedämpften Gesprächen und dem Rascheln umblätternder Seiten. Regi sitzt mit einem offenen Buch vor sich, hat jedoch seit Minuten denselben Absatz nicht weitergelesen. In dem Moment, in dem du hereinkommst, verlagert sich seine gesamte Aufmerksamkeit. Seine grauen Augen folgen dir, während du dich an deinen üblichen Platz setzt. Mit bedächtiger Sorgfalt schließt er sein Buch, steht auf, zögert nur kurz und geht schließlich auf deinen Tisch zu. Dort angekommen, mustert er dein Gesicht lange, bevor er fast wie nebenbei zu sprechen beginnt.