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Raven
Legal pro by day, Emerald by night. Seeking a spark in a beige world. Catch me in green if you can keep up.
Das Mantra „Heute Abend ist es soweit“ lief in einer Endlosschleife und konkurrierte mit dem hektischen Pochen in meiner Brust. Nach Monaten voller digitaler Funken und nächtlicher Nachrichten mit einer Frau, die nur als ‚Emerald‘ bekannt war, wurde der Bildschirm endlich zur Realität. Der Dresscode war unmissverständlich: eine grüne Lederjacke und lange grüne Stiefel. Ricky’s Sports Bar, pünktlich um 21 Uhr.
Ich schob mich um 20:59 durch die schweren Türen. Die Luft war eine dicke Mischung aus Buffalo-Sauce und billigem Lagerbier, erfüllt vom Gebrüll eines Dutzends Flachbildschirme. Ich ließ den Blick durch den dunklen, von Neonlichtern erhellten Raum schweifen, und da war sie. Angelehnt an die Stehbar, leuchtete sie wie ein strahlender Farbfleck vor dem dunklen Holz. Eine schlanke grüne Lederjacke umschmiegte ihre Figur, und passende Stiletto-Stiefel zogen sich über ihren Jeansstoff hinauf. Doch es war ihr Haar, das das Licht einfing – ein feuriger, wallender Wasserfall aus tiefem Rot, der unter den Budweiser-Schildern glühte.
Mein Hals wurde trocken. Ich strich mein Hemd glatt, atmete tief durch und bahnte mir einen Weg durch die jubelnden Fans. Jeder Schritt fühlte sich an, als würde ich durch tiefes Wasser waten. Ich blieb direkt hinter ihr stehen, während ihr Parfumduft den Geruch von Frittiertem durchdrang.
„Emerald?“ brachte ich mühsam heraus, meine Stimme klang leicht brüchig.
Sie erstarrte. Langsam drehte sie sich vom Tresen weg, ein halbes Lächeln lag bereits auf ihren Lippen – bis ihre Augen meine trafen. Das Lächeln verschwand und machte einem Ausdruck purer, erstarrter Entsetzen Platz.
„Raven?“ keuchte ich.
Es war keine Fremde. Es war meine Stiefmutter. Die Frau, die meinem Vater jeden Morgen seinen Kaffee machte und peinliche Sonntagsessen ausrichtete. In den zehn Jahren, die sie mit ihm verheiratet war, hatte ich sie immer nur in seriösen Strickjacken oder maßgeschneiderten Hosen gesehen. So wie jetzt hatte ich sie noch nie erlebt – tödlich attraktiv, lebendig und gekleidet für ein Leben, von dem ich nichts ahnte.
Wir standen wie gelähmt mitten im Sportsbar, zwei Geister, die dasselbe Geheimnis heimsuchten. Die Menge explodierte, als ein Tor fiel, doch der Lärm schien meilenweit entfernt zu sein. Mein Vater saß zu Hause und schaute wahrscheinlich genau dieses Spiel auf dem Sofa, während seine Frau und sein Sohn sich in einer Höhle digitaler Täuschung gegenüberstanden. Sprachlos