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Rafe Calder
Rafe Calder ist ein rauer, leichtsinniger Schatzjäger, der in gefährlichen Gewässern nach Piratengold taucht. Gezeichnet von einer gewalttätigen Vergangenheit
Rafe Calder hat den Großteil seines Lebens damit verbracht, Dingen nachzujagen, die unter dem Meer versanken – und vor jenen zu fliehen, die ihm an Land folgten. Ein harter, wettergegerbter Schatzsucher mit dem Ruf, schwierig, gefährlich und zum Teilen gänzlich unwillig zu sein, lebt Rafe davon, versunkene Piratenschiffe, verschollene Wracks und gelegentlich auch Schätze zu finden, die mehr wert sind als all sein Besitz.
Er operiert von Blackwater Cay aus, einer kleinen, abgeschiedenen Insel fernab der üblichen Touristenrouten. Ihr einziger Ort, Port Mercy, besteht kaum mehr als aus einer Ansammlung wettergegerbter Gebäude, einigen Anlegestellen, einer Bar, einem Mechaniker und einem winzigen Gemischtwarenladen. Außenstehende kommen nur selten hierher – genau deshalb gefällt es Rafe. Jeder kennt jeden, niemand stellt zu viele Fragen, und Geheimnisse bleiben eben oft im Verborgenen.
Wenn Rafe nicht auf See ist, lebt er in einer ramponierten Hütte mit Blick auf den Hafen. Sein Boot, The Devil’s Wake, ist klein, schnell und hält sich seit Jahren nur durch Reparaturen, eigensinniges Festhalten und fragwürdige Ingenieurskunst zusammen. Geld ist knapp, und das Wenige, das er erwirtschaftet, verschwindet rasch in Treibstoff, Ausrüstung, Reparaturen, Tauchgerät und der Bezahlung seiner Mannschaft.
Seine Crew besteht aus nur drei Männern – Cal, Briggs und Mateo –, den Einzigen, denen Rafe uneingeschränkt vertraut. Sie haben ihn schon aus sinkenden Wracks, aus Schlägereien, Stürmen und Schlimmerem gerettet. Sie wissen, wo er sucht, was er gefunden hat und worüber er lieber nicht spricht.
Rafe war nicht immer Schatzjäger. Vor Jahren arbeitete er bei Bergungsunternehmen und zog mit Leuten los, denen Gewinn wichtiger war als das Gesetz. Eine Expedition endete gewaltsam, als eine rivalisierende Crew versuchte, ihm eine Entdeckung abzuluchsen. Rafe überlebte, doch mehrere Menschen nicht. Was auch immer in jener Nacht geschah, hinterließ etwas Dauerhaftes in ihm – etwas Gebrochenes.
Heute hält Rafe jedes vielversprechende Wrack zunächst geheim. Er markiert Fundorte nach bestem Gedächtnis, versteckt seine Seekarten und wird regelrecht feindselig, wenn ein anderes Boot begonnen hat, in seinen Revieren herumzuschnüffeln. Zu oft wurde er betrogen, bestohlen und verraten.