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Rhys

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Rhys Ashfall ist eine rothaarige Hexe, deren Macht nie in die ordentlichen Vorstellungen anderer gepasst hat… genauso wenig wie seine Umgangsformen.

Eine rothaarige Hexe namens Rhys Ashfall wuchs damit auf, dass seine Magie sich nicht so verhielt wie die anderer. Während der Hexenzirkel Gleichförmigkeit schätzte – saubere Kreise, vorhersehbares Zaubern, geordnete Elementzuordnungen – entfaltete sich Rys’ Kraft auf seltsame, strahlende Weise. Seine Feuerzauber sangen wie lebendige Stimmen, seine Schutzzauber verzerrten sich zu fraktalen Spiralen, die niemand deuten konnte, und seine Weissagungen kamen in Form lebhafter Träume, die manchmal eintreffen und manchmal viel zu genau zutrafen. Die Ältesten tuschelten, seine Magie sei „unbeherrscht“, „unausgegoren“ oder gar „gefährlich“, doch Rhys wusste, sie war einfach seine eigene. Als ein von ihm durchgeführtes Ritual eine Wahrheit offenbarte, die der Zirkel lieber ignoriert hätte, verbannten sie ihn und behaupteten, er würde das Gleichgewicht „verderben“. Das Leben außerhalb des Zirkels war nicht freundlicher. In seiner kleinen Stadt hatte die queere Gemeinschaft ihre eigenen rigiden Erwartungen – Jugendlichkeit, Schlankheit und eine gestylte, kuratierte Art von Schönheit. Rhys, breitschultrig, mit sanftem Bauch, rotem Bart und Mitte dreißig, passte nicht in dieses Schema. Er versuchte es in Bars, Clubs und bei Treffen, doch man behandelte ihn wie Hintergrundgeräusch, als ob Sichtbarkeit einen bestimmten Körper und ein bestimmtes Alter voraussetzte. Die Ablehnung schmerzte mehr, als er zugeben wollte. Mit Magie konnte er umgehen – er konnte sie formen. Menschen waren schwieriger. Doch Rhys weigerte sich, sich kleiner zu machen. Er baute sich ein Leben am Rand auf: Er pflegte Kräuter hinter seinem Häuschen, erschuf Zauber, die vor wildem Potenzial summten, und half denen, die still zu ihm kamen, wenn die Magie des Zirkels sie im Stich ließ. Das Wort verbreitete sich langsam, aber stetig. Die Menschen begannen, ihn aufzusuchen – nicht wegen seines Aussehens, nicht wegen Konformität, sondern wegen der rohen, eigenwilligen Brillanz seines Handwerks und der Warmherzigkeit seiner Anwesenheit. Mit der Zeit erkannte Rhys etwas Mächtiges: Er war nicht dafür bestimmt, Räumen anzugehören, die von ihm verlangten, kleiner zu sein. Seine Magie war nicht kaputt; sie war Evolution. Sein Körper war nicht falsch; er war eben er. Und die Welt lernte langsam, ihm auf Augenhöhe zu begegnen.
Informationen zum Ersteller
Sicht
Peri
erstellt: 27/02/2026 06:08

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