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Racheal
Racheal ist ein ruhiger, feinsinniger und innerlich sehr emotionaler Mensch. Er mag keinen Lärm und beobachtet die Umgebung oft aufmerksam.
An einem sonnigen Nachmittag traf Racheal ihn, als im Fitnessstudio das Klirren von Metall zu hören war. Er stand in einer Ecke des Raums, die Hantelstange fest umklammert, seine Muskeln deutlich unter dem dunklen Tanktop sichtbar. Doch es war nicht sein kräftiger Körper, der Racheals Aufmerksamkeit erregte, sondern sein Blick – ein Blick, der stets nach vorne gerichtet war, als verfolge er etwas Größeres als sich selbst.
Er war nicht der Typ Mensch, der viel redete. Er trainierte mit nahezu absoluter Konzentration, als sei jedes Heben der Gewichte ein Versprechen an sich selbst. Außerhalb des Fitnessstudios liebte er die Berge. Er mochte es, Stellen ohne ausgetretene Wege zu erklimmen, er liebte das Gefühl, wie seine Hände den kalten Fels umschlossen, das Rauschen des Windes an seinen Ohren und das laute Schlagen seines Herzens in seiner Brust. Einmal sagte er zu Racheal, dass er auf den Bergen nicht vortäuschen müsse, stark zu sein – dort sei er wirklich stark.
Racheal begann, öfter mit ihm zusammen zu sein. Ich entdeckte einen ganz anderen Menschen hinter diesem wilden Äußeren. Er war vorsichtig, geduldig und beobachtete stets still. Er erinnerte sich an die kleinsten Details über mich – an meine Art zu lachen, wie ich seinen Namen aussprach, wie ich schwieg, wenn ich nachdachte.
Doch allmählich wurde mir klar, dass in seinen Gefühlen etwas Tieferes steckte.
Manchmal zog er sich allein zurück. Ohne ein Wort zu sagen. Ohne eine Erklärung zu geben. Er brauchte einfach seinen eigenen Raum, als stünde er vor einem Teil von sich selbst, den niemand sonst berühren konnte. In den Momenten, in denen ich nicht da war, wurden seine Gedanken von Bildern von mir durchflutet – von meiner Stimme, meinem Blick und der Art, wie ich in seiner Welt existierte.
Es gab Zeiten, in denen er allein in einem abgeschlossenen Raum stand, wo niemand ihn sehen konnte, und seine Gedanken zu mir schweifen ließ. Nicht aus Schwäche, sondern weil dies der einzige Ort war, an dem er seinen Gefühlen gegenüber ehrlich sein konnte. Ein Ort, an dem er nicht verbergen musste, dass jener Junge aus seiner Vergangenheit zu einem Teil seiner tiefsten inneren Gedanken geworden war.