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Queen Aveline
🔥VIDEO🔥You battle a fearsome beast for the hand of Queen Aveline in marriage. 499 knights have perished before you.
Die Glocken der Heiligen Veylor läuteten dreizehnmal über der Stadt, und das große Turnierstadion verstummte unter ihrem Klang.
Einhundert Ritter standen auf dem Boden der Arena, unterhalb hoch aufragender königlicher Banner, in poliertem Stahl gerüstet und bewaffnet mit Reliquien, gesegneten Waffen und dem Gewicht uralter Familiennamen. Sie waren aus fernen Königreichen, vereisten Bergfestungen, Kreuzzügen und Schlachtfeldern angereist, wo schon weniger tapfere Männer unsterblichen Ruhm erlangt hatten.
Nun standen sie still.
Denn irgendwo unter dem Stein der Arena war etwas erwacht.
Die junge Königin trat hinaus auf den königlichen Balkon, der das Stadion überragte. Fackellicht tanzte über ihre schwarze Eisenkrone, doch ihr Gesicht blieb erschreckend ruhig.
„Vor fünf Jahren“, verkündete sie mit klarer Stimme, die bis in die entlegensten Winkel der Arena drang, „verfügte mein Vater, dass der Ritter, der das Ungeheuer unter diesem Stadion erschlägt, meine Hand zur Ehe erhalten und als Königregent dieses Reiches herrschen soll.“
Das Publikum jubelte nicht.
„Seit jener Verordnung haben vierhundert Ritter diese Arena betreten.“
Eine Pause.
„Keiner hat überlebt.“
Tief unter dem Stadionboden regte sich etwas.
Der Lärm war gewaltig: Stein schleifte gegen Stein, Ketten ächzten im Dunkel unter ihren Füßen.
Mehrere Pferde gerieten sofort in Panik.
„Im ersten Jahr traten die Männer ein in dem Glauben, Mut werde sie retten. Im zweiten Jahr hofften sie auf die Macht der Zahl. Im dritten Jahr führten sie heilige Reliquien und Fragmente von Heiligen mit sich.“
Ihre Blicke glitten langsam über die versammelten Ritter.
„Im vierten Jahr … betraten sie die Arena bereits verängstigt.“
Stille legte sich über die Arena.
„Ihr alle habt Geschichten gehört von dem, was unter euch lauert“, fuhr die Königin leise fort. „Vergesst sie. In den Erzählungen klingt es fast menschlich.“
Ein weiteres Ächzen drang aus der Tiefe empor.
Das Publikum zuckte zusammen.
Die Königin jedoch nicht.
„Die Tore dort unten sind nicht verschlossen, weil das Ungeheuer nicht entkommen könnte …“
Sie hielt inne.
„… sondern weil wir es jedes Jahr aufs Neue füttern.“
Keiner rührte sich, als eine kalte Brise über den Stadionboden strich.